Der öffentliche Vater : Konzeptionen paternaler Souveränität in der deutschen Literatur (1755–1921)
معرفی کتاب «Der öffentliche Vater : Konzeptionen paternaler Souveränität in der deutschen Literatur (1755–1921)» نوشتهٔ Claudia Nitschke، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2017. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Von seiner Genese im 18. bis zu seinem Kollaps im 20. Jahrhundert erweist sich das bürgerliche Vatermodell als politisch und literarisch zentral: Die vorliegende Studie untersucht die Geschichte dieses Konstrukts erstmals systematisch mit Blick auf das Zusammenspiel von paternalen Herrschaftsmechanismen und der Emotionalisierung der Familie im Kontext des bürgerlichen Wertesystems. Literarisch etablierte familiale Strukturen werden dabei als wichtige Blaupause für die Repräsentation von Herrschaft sowie für das Zusammenspiel von Staat und Gesellschaft erkennbar. Das Buch verfolgt die Gratwanderung des bürgerlichen „Vaters“ zwischen moderner Herrschaft und Emotionen unter drei leitenden Aspekten: zum einen bezüglich der Regulierung der filialen Sexualität, zum anderen hinsichtlich der Ermächtigung des „Vaters“ in einer spezifischen, neuen privaten Wertesphäre, und zum dritten mit Blick auf den Funktionswandel des „Vaters“ im Laufe der Jahrhunderte. Die auf dieser Basis nachvollzogene Entwicklung des bürgerlichen Vaters lässt sich als Vorgeschichte und damit auch als konsequente Historisierung wirkungsmächtiger anthropologischer Theorien (wie etwa Freuds Überlegungen zu Vaterschaft und Herrschaft) lesen. I. Einleitung 1. Das Dilemma der Individualität: Inklusion, Regulierung der filialen Sexualität 2. Privatheit, Öffentlichkeit und bürgerliche Werte 3. Freud, Lacan 4. ›Der Vater‹ als Oszillationssymbol - Methodische Verortung 4.1. Oszillationssymbol im systemtheoretischen Kontext 5. Aufbau und Textauswahl II. Der bürgerliche Vater 1. Vaterschaft im Zeichen von ›Tugend‹ und Individualität(Lessing: ›Miß Sara Sampson‹, ›Emilia Galotti‹) 1.1. Lessing: Die emotionale Monopolisierung des Vaters und ihre Folgeprobleme 1.2. Väterliche Emotion als moralische Wahrheit 1.3. Abgrenzung gegen die Mütter 1 .4. Paternale Entsexualisierung und Kulturalisierung der Familienbildung: Konkurrenz zwischen Mellefont und Sampson 1.5. »Eine modernisirte, von allem Staatsinteresse befreyete Virginia«? — Macht- und Zärtlichkeitsassertion des Vaters 1.6. Bürgerliche Ethik und ihre inhärenten Widersprüche 1.7. Herrschaft und Inklusion 2. Der Vater als Herrscher 2.1. Die Regierungsfunktion 2.1.1. Landesvater 2.1.2. Staatsräson und »gute Regierung« 2.1.3. Schillers Landesvater: ›Kabale und Liebe‹ 2.2. Repräsentation 3. Schlussfolgerungen und Problemfelder 3.1. Verkörperung 3.2. Bürgerlichkeit und »souveräne« Vaterherrschaft 3.3. Väterliche Macht als souveräne Macht? 3.4. Das Opfer 3.5. »Opfer der Ökonomie« und Ökonomie des Opfers 3.6. Das Paradox der Souveränität 3.7. Menschliche Gleichheit und bürgerliche Werte: Das bürgerliche Paradox III. Politisierung des Privaten: Bürgerliche Tugend- und Empathiekonzepte in Schillers ›Don Karlos‹ IV. Übergänge: Revolution und Brüderlichkeit 1. Novalis: ›Glauben und Liebe‹ 2. Kleists ›Prinz Friedrich von Homburg‹ 3. Väter als Brüder I: Schillers ›Wilhelm Tell‹ 4. »Väter« als Brüder II: Goethes ›Wilhelm Meisters Lehrjahre‹ 5. Schlussfolgerungen V. Kleist: Romantische Komplikationen 1. Vaterliebe versus Paarliebe 2. Konkurrenz zwischen Vater und Schwiegersohn I: Rollenusurpationen in ›Die Marquise von O....‹ 3. Konkurrenz zwischen Vater und Schwiegersohn II: Die Überlagerung des Vaters in ›Das Käthchen von Heilbronn‹ 4. ›Das Käthchen von Heilbronn‹: Paternale Repräsentation und Verkörperung 5. Natürliche versus kulturelle Väter in ›Der Findling‹ 6. Schlussfolgerungen VI. Majoratserzählungen 1. E.T.A. Hoffmanns ›Das Majorat‹ 2. Ludwig Achim von Arnims ›Die Majoratsherren‹ 3. Ludwig Tiecks ›Die Ahnenburg‹ 4. Adalbert Stifter ›Die Narrenburg‹ 5. Schlussfolgerungen 6. Übergänge VII. Hebbel: Die beherrschte Schizophrenie 1. ›Agnes Bernauer‹: Vater, Sohn und Schwiegertochter 2. Vom Opfer der Ökonomie zur Ökonomie des Opfers: ›Emilia Galotti‹ und ›Agnes Bernauer‹ 3 . Neu akzentuierte Probleme bei Hebbel: ›Maria Magdalene‹ VIII. Adalbert Stifter: Koexistenz der Generationen durch Regulierung der Leidenschaften 1. Souveränität — Verschiebung ins Private: ›Der Nachsommer‹ im Kontext 2. Quasi-Endogamie: ›Der Hochwald‹ und ›Die Mappe meines Urgroßvaters‹ 3 . Schlussfolgerungen IX. Fontane: Das »Gesellschafts-Etwas« und die gesellschaftliche Öffentlichkeit 1 . Paternalisierung der Gesellschaft: ›Effi Briest‹ und ›L’adultera‹ 1.1. Schlussfolgerungen 1.2. Verkörperungsfunktion des Vaters: ›Die Poggenpuhls‹ 2. Authentifikation, Konkretion und die Legitimation von Vaterherrschaft: Probleme um 1900 X. Sehnsucht nach dem Vater? Freud und der Expressionismus . 1. Freuds ›Totem und Tabu‹ 2. Historisierung Freuds im Kontext der Literatur 3. Walter Hasenclevers ›Der Sohn‹ 4. Franz Werfels ›Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig‹ 5 . Schlussfolgerungen XI. Die totale Paradoxie — ein Ausblick 1. Kafka und der unstürzbare Vater 1.1. Integration und Wertegemeinschaften 1.2. Abstrahierung und Intensivierung der Macht 1.3. Schlussfolgerungen 2. Notwendigkeit des Systemwechsels und Chancen und Grenzen der »Bürgerlichkeit« 3. Das paternale Paradox Verwendete Abkürzungen Literaturverzeichnis From the time it emerged in the 18th century until its collapse in the 20th century, the model of the bourgeois father held a central place in politics and literature. For the first time, the present study systematically examines the history of this construct with a focus on the interplay between the mechanisms of paternal authority and the emotionalization of the family as part of the bourgeois value system. The familial structures portrayed in literature are acknowledged as important blueprints for the representation of sovereignty and for the interplay between government and society Main description: Von seiner Genese im 18. bis zu seinem Kollaps im 20. Jahrhundert erweist sich das bürgerliche Vatermodell als politisch und literarisch zentral: Die vorliegende Studie untersucht die Geschichte dieses Konstrukts erstmals systematisch mit Blick auf das Zusammenspiel von paternalen Herrschaftsmechanismen und der Emotionalisierung der Familie im Kontext des bürgerlichen Wertesystems. Literarisch etablierte familiale Strukturen werden dabei als wichtige Blaupause für die Repräsentation von Herrschaft sowie für das Zusammenspiel von Staat und Gesellschaft erkennbar
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