معرفی کتاب «Der Majuskelgebrauch im Deutschen : Groß- und Kleinschreibung theoretisch, empirisch, ontogenetisch» نوشتهٔ Müller, Hans-Georg، منتشرشده توسط نشر De Gruyter De Gruyter Mouton در سال 2016. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
This study examines the function and acquisition of German capitalization. It aims to generalize previous theoretical approaches to develop an integrated model. The empirical portion investigates performance data from approx. 5,700 subjects, extending the findings into an acquisition model. Using neural network simulations, it differentiates between types of learners and offers evidence for qualitative shifts in learning strategy. Inhalt 1 Einleitung 2 Funktionen und Modelle des Majuskelgebrauchs 2.1 Majuskelgebrauch zwischen Orthografie, Typografie und Graphetik 2.2 Grundfunktionen der Majuskel im Deutschen 2.2.1 Die Auszeichnungsfunktion der Majuskel 2.2.2 Die Initialisierungsfunktion der Majuskel 2.3 Historische Entwicklung des Majuskelgebrauchs 2.3.1 Von den Anfängen bis zum Spätmittelalter 2.3.2 Der Beginn des Buchdruckes und die Reformation 2.3.3 Das Ringen um eine orthografische Norm bis zur ersten orthografischen Konferenz 2.3.4 Die erste und zweite orthografische Konferenz 2.3.5 Entwicklungen im 24. Jh 2.3.6 Zusammenfassende Interpretation 2.4 Exkurs I: Ästhetische Urteile über den Majuskelgebrauch 2.5 Grammatische Modelle des Majuskelgebrauchs 2.5.1 Der wortkategoriale Ansatz 2.5.2 Der syntaktische Ansatz 2.5.3 Mischmodelle 2.6 Exkurs II: Zur leseerleichternden Funktion des satzinternen Majuskelgebrauchs 2.6.1 Die Experimente von HABERl (19l6) 2.6.2 Die Experimente von BOCK et al. (1985-90) 2.6.3 Die Experimente von MÜSSElER, NIßlEIN 3 KORIAT (2445) 2.6.4 Gesamtdeutung der Datenlage 2.7 Exkurs III: Zur desambiguierenden Funktion des satzinternen Majuskelgebrauchs 3 Formen und Normen des Majuskelgebrauchs 3.1 Amtlich geregelter Majuskelgebrauch 3.1.1 Majuskelgebrauch in diskontinuierlichen Texten und Textteilen 3.1.2 Der satzinitiale Majuskelgebrauch 3.1.3 Substantive und Substantivierungen 3.1.4 Eigennamen und „feste Verbindungen“ 3.1.5 Anredepronomen und Anreden 3.2 Nicht amtlich geregelter Majuskelgebrauch 3.2.1 Versalschreibung und Kapitälchen 3.2.2 Abkürzungen, Kurzwörter und Akronyme 3.2.3 Majuskelgebrauch in Programmiersprachen und EDV 3.2.4 Binnenmajuskeln 3.2.5 Sonderfall Binnen-I-Schreibung 3.2.6 Majuskelgebrauch in der Chat-, Foren- und SMSKommunikation 3.2.7 „Stiefkind“ fokussierende Großschreibung 3.3 Zwischenfazit: Zum Verhältnis von Majuskelgebrauch, orthografischer Theorie und orthografischer Norm 3.3.1 Zum Kompromisscharakter der AR 3.3.2 Grundprobleme existierender Modelle des deutschen Majuskelgebrauchs 4 Ein textpragmatisches Modell des Majuskelgebrauchs 4.1 Die DRT als Grundlage des textpragmatischen Modells 4.2 Das Modell der Diskursinstanzen 4.3 Kernphänomene der Groß- und Kleinschreibung als Diskursinstanzen 4.3.1 Substantive, Substantivierungen und NPn 4.3.2 Ganzsätze, Absätze und Abschnitte 4.3.3 Mehrteilige Eigennamen und „feste Verbindungen“ 4.3.4 Überschriften und Werktitel 4.3.5 Pronomina und Höflichkeitsanreden 4.3.6 Mehrfacher Majuskelgebrauch innerhalb einer Diskursinstanz 4.3.7 Stereotype Phrasen und feste Gefüge 4.4 Zwischenfazit: Zur Praktikabilität des textpragmatischen Ansatzes 5 Majuskelgebrauch in didaktisch orientierten lehrwerken 5.1 lehrgänge zur Groß- und Kleinschreibung in Schulbüchern 5.1.1 lolliPop/Deutschbuch (Cornelsen) 5.1.2 Kunterbunt Sprachbuch/deutsch.kombi (Klett) 5.1.3 Papiertiger/Deutsch vernetzt (Diesterweg) 5.1.4 Mobile/Praxis Sprache (Westermann) 5.1.5 Pusteblume/deutsch.ideen (Schroedel) 5.1.6 Zusammenfassung der untersuchten Schulbuchreihen 5.2 Groß- und Kleinschreibung in der flankierenden unterrichtspraktischen literatur 5.2.1 Übungs- und Beratungsliteratur für lehrer und Eltern 5.2.2 Diktatbücher 5.2.3 Weitere Übungs- und Trainingsmaterialien 5.2.4 Regeldarstellungen 5.2.5 Groß- und Kleinschreibung nach der syntaktischen Methode im Anschluss an RÖBER-SIEKMEYER (1999) 5.3 Zwischenfazit: Majuskelgebrauch in didaktisch orientierten lehrwerken 6 Empirische Datenlage zum Majuskelgebrauch 6.1 Standardisierte Rechtschreibtests 6.1.1 HSP (MAY et al. 244l, 2412) 6.1.2 SRT (BlATT 3 JARSINSKI 2449) 6.1.3 DRT (MÜllER 2443, GRUND, HAUG 3 NAUMANN 2444) 6.1.4 OlFA (THOMÉ 3 THOMÉ 2414) 6.1.5 gutschrift-Diagnose (lÖFFlER 3 MEYER-SCHEPERS 2446) 6.1.6 Sonderfall: Computergestützte Analysen von THElEN (2414) 6.2 Fehlerstatistiken 6.2.1 RIEHME 3 HEIDRICH (19l4) 6.2.2 PlICKAT (19l4) 6.2.3 MENZEL (1985) 6.2.4 ZIMMERMANN 3 HECKEL (1986) 6.2.5 PIEßNACK 3 SCHÜBEL (2445) 6.3 Spezialisierte empirische Studien 6.3.1 IGlU-E (VALTIN 2443, 2446) 6.3.2 SCHEElE (2446) 6.3.3 RICHTER (2448) 6.3.4 KARG (2448) 6.3.5 GAEBERT (2412) 6.4 Empirische Befunde zur Personenkompetenz im Majuskelgebrauch 6.5 Zwischenfazit: Einflussvariablen auf den Majuskelgebrauch – Vorbereitung der empirischen Arbeit 6.5.1 Semantische Einflussfaktoren 6.5.2 Morphologische Einflussfaktoren 6.5.3 Syntaktische Einflussfaktoren 6.5.4 Pragmatische Einflussfaktoren 7 Majuskelgebrauch in der neuronalen Netzwerksimulation 7.1 Ziele der Simulation 7.2 Zum Aufbau neuronaler Netzwerke 7.3 Mustererkennung mithilfe neuronaler Netzwerke 7.4 Groß- und Kleinschreibung in der neuronalen Netzwerksimulation 7.4.1 Aufbau und Repräsentationen der Inputschicht 7.4.2 Datenbasis 7.4.3 Durchführung der Simulation 7.4.4 Aggregation der Inputdaten 7.5 Ergebnisse der Simulationsstudie 7.5.1 Zur Adäquatheit der Voraussagen des Gesamtnetzes 7.5.2 Zur Interpretation der linkgewichte 7.5.3 Fehlerhafte Voraussagen des Netzwerkes 7.6 Fragmentierte Netzwerke 7.6.1 Simulation des wortkategorialen Ansatzes 7.6.2 Simulation des syntaktischen Ansatzes 7.6.3 Simulation des pragmatischen Ansatzes 7.7 Zwischenfazit 8 Der satzinterne Majuskelgebrauch empirisch 8.1 Darstellung des Datenmaterials 8.1.1 Allgemeine Angaben zum Datenkorpus 8.1.2 Itemauswahl und Itemstruktur 8.1.3 Allgemeine Angaben zur Personenverteilung 8.2 Statistische Analyseverfahren 8.2.1 Datenskalierung 8.2.2 Datenauswertung und inferenzstatistische Absicherung 8.3 Zur Qualitätskontrolle der Daten 8.3.1 Objektivität, Reliabilität und interne Validität des Datenmaterials 8.3.2 Paralleltest zur Einschätzung der externen Validität des Datenmaterials 8.4 Grammatische Einflussfaktoren auf den Majuskelgebrauch 8.4.1 Allgemeine Angaben 8.4.2 Voraussage der Majuskelhäufigkeit aus grammatischen Merkmalen 8.4.3 Voraussage der Majuskelhäufigkeit aus Outputwerten des neuronalen Netzwerkes 8.4.4 Voraussage der Itemschwierigkeit aus grammatischen Merkmalen 8.4.1 Voraussage der Itemschwierigkeit aus Outputwerten des neuronalen Netzwerkes 8.4.5 Items mit grenzwertigen bzw. schlechten Fitmaßen 8.5 Personeneffekte 8.5.1 Allgemeine Angaben 8.5.2 Personenkompetenz und „Großschreibaffinität“ 8.5.3 Zur Unterscheidung von lernertypen 8.5.4 Einflussfaktoren auf Personenkompetenz und Großschreibaffinität 8.6 Bildung von Kompetenzstufen 8.6.1 Das Verfahren der Kompetenzstufenbildung 8.6.2 Darstellung der Kompetenzstufen 8.6.3 Qualitative Interpretation der Kompetenzstufen 8.6.4 Verteilung der Kompetenzstufen 8.6.5 Zum Verhältnis von Ankeritems und Items mit schlechtem Itemfit 8.7 Mehrdimensionale Parameterskalierung 8.7.1 Beschreibung 8.7.2 Ergebnisse der Skalierung 9 Ontogenetische und didaktische Deutung der Daten 9.1 Zur Ontogenese des Majuskelgebrauchs 9.2 Zum Verhältnis von schriftsprachlichem und orthografischem System, Ontogenese und Rechtschreibnorm 9.3 Zur Kritik der geltenden Norm 9.4 Zum Umgang mit lernertypen 9.5 Diagnostische Überlegungen 9.6 Planungskonzepte für den Unterricht 9.6.1 Grundgedanken eines textpragmatisch orientierten Unterrichts zur Groß- und Kleinschreibung 9.6.2 Ansätze für Sprachspiele zur Steigerung textpragmatischer und orthografischer Kompetenzen 10 Schluss Literaturverzeichnis Abkürzungs- und Notationsverzeichnis Materialanhang Index
Die Arbeit stellt die Funktionsweise und den Erwerb der deutschen Groß- und Kleinschreibung auf theoretischer und empirischer Grundlage dar. Den Ausgangspunkt bildet eine textpragmatische Verallgemeinerung bisheriger graphematischer Ansätze, die zu einem übergreifenden Modell des Majuskelgebrauchs im Deutschen erweitert werden und dabei auch nicht-orthografische Teilbereiche einschließen (Versalsatz, Kapitälchen, Binnenmajuskel etc.).
Im empirischen Teil der Arbeit werden die orthografischen Leistungsdaten von ca. 5.700 Probanden verschiedener Altersklassen (4. Klasse bis Erwachsenenbildung) untersucht und zu einem allgemeinen Erwerbsmodell der Groß- und Kleinschreibung ausgebaut. Mit Hilfe neuronaler Netzwerksimulationen werden unterschiedliche Lernertypen unterschieden und Diskontinuitäten im Kompetenzerwerb nachgewiesen, die auf qualitative Strategiewechsel in der Ontogenese hindeuten. Den Abschluss bilden orthografiedidaktische und rechtschreibdiagnostische Reflexionen der Daten.
Die Arbeit untersucht die Funktion und den Erwerb der deutschen Groß- und Kleinschreibung. Ausgangspunkt ist die Verallgemeinerung bisheriger theoretischer Ansätze, die zu einem integrativen Modell erweitert werden. Im empirischen Teil werden die Leistungsdaten von ca. 5700 Probanden untersucht und zu einem Erwerbsmodell ausgebaut. Mit Hilfe neuronaler Netzwerksimulationen werden Lernertypen unterschieden und qualitative Strategiewechsel belegt