Der lange Atem kolonialer Bilder. Visuelle Praktiken von (Es-)Soldaten und ihren Familien in Südtirol/Alto Adige 1935–2015
معرفی کتاب «Der lange Atem kolonialer Bilder. Visuelle Praktiken von (Es-)Soldaten und ihren Familien in Südtirol/Alto Adige 1935–2015» نوشتهٔ Markus Wurzer، منتشرشده توسط نشر Konstanz University Press. in Wallstein-Verlag GmbH Verlag und Werbung در سال 2023. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Kolonialismus im familiären Gedächtnis. Kolonialismus ist Teil vieler europäischer Familiengeschichten: Bis heute bewahren Familien Tagebücher, Militaria oder Beutestücke auf, die VorfahrInnen als koloniale AkteurInnen nach Hause gebracht haben. Sie bezeugen nicht nur familiäre Verstrickungen, sondern haben obendrein über Jahrzehnte hinweg kollektive Vorstellungen über die koloniale Vergangenheit geprägt. Fotografien waren daran – als vermeintlich authentische Zeugnisse – ganz wesentlich beteiligt. Über den Tod der »Erlebnisgenerationen« hinaus vermittelten sie koloniale »Erfolgsgeschichten«, wodurch Familien zu einem Hort kolonialer Geschichtsmythen, etwa der »anständigen« KolonialherrInnen, wurden. Dieses Buch nimmt die kolonialen Bildbestände von Familien in der italienischen Provinz Bozen / Bolzano in den Blick, deren (Groß-)Vätergeneration am faschistischen Kolonialkrieg gegen das Kaiserreich Abessinien (1935-1941) teilgenommen hatte. Markus Wurzer untersucht die »sozialen Leben« kolonialer Bilder, also wie und wozu diese durch Soldaten und ihre Familien (re-)produziert, gebraucht und über Generationen hinweg weitergegeben wurden. Umschlag Titel Inhalt Dankesworte 1. Prolog 2. Einleitung: Kolonialismus im Familiengedächtnis 2.1 Forschungsstand 2.1.1 Kolonialismus und Erinnerung 2.1.2 Kolonialismus und Visualität 2.1.3 Kolonialismus, ›Nation-Building‹ und Zugehörigkeit 2.2 Fragestellungen und Zielsetzungen 2.3 Theoretische Verortungen 2.4 Methodologische Überlegungen 2.4.1 Erhebung und Auswahl 2.4.2 Analyse 2.4.3 Reflexionen über den Umgang mit visualisierter und sprachlicher Gewalt 2.5 Aufbau der Arbeit 3. Historischer Kontext: Kolonialkrieg als visuelles Spektakel 3.1 Expansion und ›Nation-Empire-Building‹ Italiens 1869-1943 3.2 Un-/Erwünschte Bilder: Propaganda und faschistisches ›Empire-Building‹ 3.3 Die »Erlebnisgeneration«: kolonisierte Kolonisatoren? 4. Un-/Ordnung: Visuelle Alltagskulturen und private Bildpraktiken »einfacher« Kolonialsoldaten 4.1 Afrika sehen ›lernen‹: Blickdisziplinierung und Prämediatisierungen 4.2 Partizipationsstrategien: (Re-)Produktion und Zirkulation kolonialer Bilderwelten in der privat 4.2.1 Bildpraktiken vor dem Kolonialkrieg 4.2.2 Gesten des Zeigens: Knipsen 4.2.3 Die »Bilderjagd« in der Gruppe: Ausleihen / Tauschen 4.2.4 Angebot und Nachfrage im Fotogewerbe 4.2.5 Kolonialpropaganda für unterwegs 4.2.6 Kontrolle und Zensur 4.3 Koloniale Bilderwelten und ihre privaten Verwendungszusammenhänge 4.3.1 Die Affirmation sozialer Beziehungen und ›Self-Fashioning‹ 4.3.2 Die Bekräftigung physischer Präsenz und die Aneignung von »Fremdheit« 4.3.3 Souvenirs für das heimische Wohnzimmer 4.3.4 Bilder als Trophäen und Gesten des Sieges 4.3.4.1 Die Zähmung von Flora und Fauna 4.3.4.2 Die Unterwerfung und Markierung des »leeren« Raumes 4.3.4.3 Die Eroberung »schwarzer« Frauen 4.3.4.4 Die Vorführung toter »Feinde« 4.4 Instabile Kategorien: Private und öffentliche Kriegsfotografie 5. Fragile Zugehörigkeiten: In-/Differenz(en) mit Bildern (re-)produzieren 5.1 Ethnizität un-/sichtbar machen 5.2 Identifikationspotenziale im Militär 5.3 »Schwarze« sehen, um »weiß« zu sein 5.4 »Italiener« oder doch »Deutscher«? Die »Option« in der Kolonie 6. Un-/Sichtbar: Kolonialkrieg im Familiengedächtnis 6.1 »Conquistatori Impero« oder »Abessinier«? Erinnerung und Zugehörigkeit 6.2 Die Narrativierung kolonialer Kriege durch die »Erlebnisgeneration« 6.2.1 Die rezeptionsseitige Funktionalisierung in der Fotoschachtel 6.2.2 Die produktionsseitige Funktionalisierung durch das Album 6.2.3 Die Un-/Sichtbarkeit von Gewalt in visuellen Erzählungen 6.3 Die »Kinder«- und »Enkelgenerationen«: Zwischen Aneignung und Ablehnung kolonialer Vergangenhe 6.3.1 Exotik erinnern, Gewalt verschweigen 6.3.2 Die Rolle weiblicher Familienmitglieder 6.3.3 Interventionen der zweiten und dritten Generationen 6.3.4 Wechselrahmen und Hierarchien im Familiengedächtnis 6.3.5 Gedächtnismediale Refunktionalisierungen 6.4 Von der Familie ins Archiv: Kulturalisierung kommunikativer Gedächtnisse 7. Zusammenfassung 8. Anhang 8.1 Quellenverzeichnis 8.1.1 Privatsammlungen 8.1.2 Archive 8.1.3 Interviews 8.1.4 Korrespondenz 8.1.5 Gedruckte Quellen 8.2 Literaturverzeichnis 8.3 Abbildungsverzeichnis 8.4 Personen- und Ortsregister 8.4.1 Personenregister 8.4.2 Ortsregister Impressum
دانلود کتاب Der lange Atem kolonialer Bilder. Visuelle Praktiken von (Es-)Soldaten und ihren Familien in Südtirol/Alto Adige 1935–2015