Der Brief an die Colosser : Kritisch untersucht und in seinem Verhältnisse zum paulinischen Lehrbegriff exegetisch und biblisch-theologisch erörtert
معرفی کتاب «Der Brief an die Colosser : Kritisch untersucht und in seinem Verhältnisse zum paulinischen Lehrbegriff exegetisch und biblisch-theologisch erörtert» نوشتهٔ Klöpper, Albert، منتشرشده توسط نشر Georg Andreas Reimer Verlag در سال 1882. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Klöpper, (SemmenUv de-(Solofferbiicfä. ') Bon Mayerhoff, der Brief an die Colosser. Berlin 1838. 8) Man braucht nur die Dergleichungstafel in de Wette's Einleitung in d. N. T. 6. AuSg. S. 313 ff. anzusehen. ') S die Literatur bei Holpmann, Kritik der Epheser-und Colosserbriefe. Letpj. 1872. e. 18 ff. Jdeenkreises eine Reihe von befremdlichen Erscheinungen, so liefert er auch in anderer Hinsicht dem Zweifel an seiner paulinischen Herkunft nicht wenige Handhaben. Die Art und Weise, wie ein Brieffchriststeller. sich über seine eigene Person zu äußern pflegt, ist immer als ein Hauptkriterium zur Constatirung seiner Jdentitdt angesehen worden. Da nimmt man denn nun Anstoß daran, daß der Verfasser unseres Briefes sich in zwei unmittelbar auf einander folgenden Stellen mit einer gewissen nachdrücklichen Em phase nicht nur mit seinem Namen nennt, sondern sich als Diener des schrankenlos universell verkündigten Evangeliums (1, 23), und, was noch auffälliger erscheint, als "Diener der Gemeinde" (-Kirche) den Lesern vorstellt (1, 25). Nimmt man hiezu die Aussage, daß er, Paulus, das, was an den Leiden Christi noch mangle, seiner seits an seinem Fleische zum Besten der Kirche ergänzend aus fülle (1, 24): so meint man, auch hier sei die Grenze dessen, was der Apostel sonst von seiner Leidensnachfolge Christi hervorhebe, um ein erhebliches, stemdartiges, ja anstößiges Moment erweitert. Wo auf allen Seiten ein neuer Jdeenkreis sich zur Geltung bringt, da kann dies auch nur durch eine Reihe von neu gebil deten begrifflichen Terminis oder zum Mindesten durch eine Umprägung älterer Ausdrucksformen zu zweckentsprechender Dar stellung jener weiter entwickelten Vorstellungen geschehen. Und da wird uns denn von Mayerhosf') bis auf Holtzmann^) eine ziemlich umfangreiche Tafel von Wörtern und Wortverbindungen vorgehalten, die der Colofferbries entweder ganz für sich hat, oder in Gemeinschaft mit Briefen des Paulus von höchst zweifelhafter Echtheit, oder die andererseits, als dem paulinischen Sprachmaterial und der Beweisführungsatt des Apostels als integrirende Bestandtheile unmittelbar angehörig, in unserem Briefe vermißt würden. Doch nicht bloß der lexikalische Wortvorrath, nach der po sitiven sowohl als negativen Seite hin, hat zu Bedenken Veran-\*) ©. 6-27. a) a, a. O. 6. 105 ff. ') S. 291 f. v) Paulinism S. 369 f. ein Mittel scheint noch übrig zu bleiben, das uns, wenn nicht Rettung des Ganzen, so doch wenigstens eines Theils unseres Brieses verspricht. Machen wir den Versuch, diese letzte Nothbrücke zu betreten! § 4. Vermittlungsversuche. Das Resultat unserer bisherigen Untersuchung war ein dop pelseitiges. Wir mußten auf der einen Seite eine Reihe von Phänomenen in unserem Briefe constatiren, die sowohl nach ihrem dogmatischen und polemischen Gehalte, als nach ihrer schriftstelle rischen Darstellung sich als unpaulinische zu erkennen gaben, und uns aus dem apostolischen Zeitalter in eine spätere Epoche der christlichen Lehrentwicklung hineinverwiesen. Auf der anderen Seite konnten wir nicht verkennen, daß uns in dem Colofferbriefe doch auch so manches dem Paulinischen Lehrbegriffe Entsprechende, an die Anschauungs-und Ausdrucksweise des Apostels Erinnernde entgegentrete; daß eine Anzahl individueller, lokaler, personeller Züge fast unwiderstehlich den Eindruck machten, als gehörten sie nicht bloß der Zeit des Paulus an, sondern könnten auch von Nie mand anders als von ihm so geformt sein. Diese beiden disparaten Bestandtheile, die unserem Briefe ein solches Doppelantlitz ver leihen -sollten sie ursprünglich und von Anfang an mit einan der verbunden gewesen sein? Oder drängt sich hier nicht wie von selbst die Vermuthung auf, daß unser Brief seine heutige Form erst in einer späteren, nachapostolischen Zeit erhalten haben könne, immerhin aber ihm ein echter Paulusbrief an die Coloffer als Kern zu Grunde liege? Wie, wenn man diesen ursprünglichen, von Paulus selbst verfaßten Brief aus seiner erweiterten späteren Faffung noch reconstruiren könnte; wenn es gelänge, diejenigen Parthien, welche das Material zum Zweifel an der Echtheit des ganzen Briefes geliefert hatten, als spätere Interpolationen aus zuscheiden, und den echten Kern, als eine unschätzbare Hinterlaffen-schüft des Apostels, aus seiner Umhüllung herausgeschält in der Hand zu behalten! Auf diese Weise wäre der lange Streit in einer für beide Partheien ehrenvollen Weise geschlichtet. Dem Zweifel wäre so sein Recht zuerkannt, und ebenso hätten die apologetischen Instanzen die gebührende Würdigung empfangen. Ein alle In teressen beftiedigendes Compromiß der gedachten Art, welches je dem unparteiisch das Seine zuertheilt, hat ohne Zweifel den vollen Anspruch darauf, von uns, die wir nach zwei Seiten hin, vom Unglauben und Glauben, hin und-her bewegt wurden, mit Freuden begrüßt zu werden. Nachdem schon Hitzig und Wrisse (und in seiner Art auch Ewald) schätzbare Vorarbeiten nach der Richtung der Vermittelung hin geliefert hatten, hat Holtzmann der Wissenschaft den werthvollen Dienst geleistet, in einem fleißigen und scharfsinnigen Werke') die Resultate seiner Vorgänger umsichtiger zu begründen, mehrfach zu ergänzen, vor Allem aber dieselben nach einer strengen Methode derartig zu verarbeiten, daß uns ein vollkommen deutlicher Ein blick in die Entstehungsverhältnisse unseres heutigen Colosserbriefes eröffnet wird. Wir erfahren jetzt, daß Paulus wirklich in seiner römischen Gefangenschaft einen kurzen Brief an die Gemeinde zu Coloffä geschrieben hat, der die Tendenz verfolgt, dieselbe vor der Verführung durch eine Irrlehre effäisch-judaistischer, aber nicht schon ebionitisch-gnostifirender Natur, zu sichern, und sie in ihrem ursprünglichen Glauben zu befestigen. Dieser echte Paulusbries ist in weit späterer Zeit, (Holtzmann läßt die Wahl zwischen 100 und 125) von dem Verfasser des Epheserbriefes derartig für neu her vorgetretene Zeitbedürfnisse so überarbeitet worden, daß eine Reihe von ganzen Versen, Sähen, einzelnen Wörtern einfach eingeschoben worden seien, welche jenem neuen Zwecke zu dienen bestimmt sind, und als geeignet erschienen, einmal der entwickelteren ebionitischen Häresie entgegenzutreten, andererseits dem ganzen neuen Brief, als einem von Paulus selbst verfaßten, den Stempel der Beglaubigung aufzudrücken. Mit sicherer und geschickter Hand versteht es Holtzl) Der oben citirten: Krit. d. Epb. u. Col. Br. mann diese Interpolationen derartig kenntlich zu machen und auszuscheiden, daß wir einen vollständig einheitlichen continuirlich fortlaufenden, fich glatt und ohne Anstoß lesen lastenden Text des ursprünglichen Paulusbriefes erhalten. Alle die zu peinlichen Zweifeln Veranlaffung gebenden Stellen find hier eliminirt, die unpaulinischcn Stilwendungen und Ausdrücke entfernt; der wahre Paulus mit seiner echten einfachen evangelischen Lehre, mit seiner gewohnten Darstellungsform und Redeweise steht vor unseren er staunten Augen; der spätere Ueberarbeiter seines Briefes wird uns mit seiner einer neuen Zeit und deren Anforderungen Rechnung tragenden Tendenz, mit seinen erweiterten dogmatischen Begriffen, mit den einer vorgeschrittenen Entwicklungsepoche entlehnten Terminis und Darstellungsmitteln vollkommen begreiflich. Ein glän zender Beweis davon, wie fruchtbar die Entwickelungstheorie des Darwinismus mit ihren Gesetzen der Vererbung und Anpaffung im Kampfe ums Dasein, fich auch auf das Gebiet der neutestamentlichen Kritik übertragen läßt, und auch hier das leistet, wozu die älteren Methoden der Forschung völlig unzulänglich waren. Jndeffen dürfen wir doch als vorfichtige Kritiker uns nicht allzu hastig der Siegesfreude überlasten, und uns unbesehens die Resultate aneignen, die uns mit solcher Sicherheit und staunenswerthen, bis auf jedes einzelne Wort fich erstreckenden Akribie und Exaktheit dargeboten werden. Gestehen wir zunächst, das uns an gebotene Geschenk erscheint uns zu glänzend, die gemachten kriti schen Entdeckungen zu frappant, als daß wir nicht ein gewisses Gefühl des Schwindels zu überwinden hätten. Gehen wir also, etwas ernüchterter geworden, an die Lektüre des von Holtzmann durch chemische Analyse gewonnenen echten Paulusbriefes! Da der Verfaffer nach Beendigung seines mühevollen Werkes uns den Reinertrag desselben in Form einer den ursprünglichen Text des Briefes und seine Interpolationen typographisch markirenden Ueber sichtstabelle zur Anschauung gebracht hat'), so ist uns ein Stu dium desselben sehr bequem gemacht. ') e. 325 ff. ') Auch Pfleiderer, Paulinismus S. .'HO, nimmt ja eine Ueberarbeitung des Colofferbriefes an, nur nicht durch den Vers, des Epheserbriefes. ') Dgl, auch Holstens Bedenken in der "Jenaer Literaturzeitung" 1875 Nr. 44. Auch Hilgenfeld in seiner Zeitschrift 1873. II. S. 370 halt die Einheit des Briefes aufrecht. ') Dgl. Steiger, der Brief P. an d. Col. S. 35ff. ') Dgl. Phil. 1, 1. 2) S. unsere spätere Deutung ders. ') A.
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