معرفی کتاب «Der Autor im Nachruf : Formen und Funktionen der literarischen Memorialkultur von der Reformation bis zum Vormärz» نوشتهٔ Bogner, Ralf Georg، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2006. این کتاب در 59 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Obituaries always do more than sum up the life of someone who has just died. They fulfil various functions ranging from canonisation to propaganda, and they do so in the service of a huge variety of different interests. They also act as a forum for subtle criticism of the deceased person in question. Accordingly, necrologies come in an immense variety of genres, especially in the period extending from the beginning of their dissemination in the print medium around 1525 and their establishment in the feuilletons of the __Vormärz__ period. Obituaries for writers are especially interesting for their high degree of self-referentiality and their significance as historical testimonies of changing concepts of authorship. 1. Ausgangspunkte 2. Einleitung oder: Der Nachruf als Forschungsgegenstand 2.1. Perspektiven und theoretische Grundlagen 2.2. Definition der Gattung Nachruf 2.3. Forschungsbericht 3. Melanchthon oder: Protestantisch-humanistisches Dichtertotenlob 3.1. Instrumentalisierung des Nachrufs für innerkonfessionelle Polemik 3.2. Die Gedenkansprache im funktionalen Kontext des protestantisch-humanistischen Bildungssystems 3.3. Nach-Rufen und Nach-Schweigen in der frühneuzeitlichen res publica litteraria 3.4. Das Spektrum nekrologischer Genres im 16. Jahrhundert 4. Sachs, Rollenhagen und Heinrich Julius oder: Der Nachruf in der frühneuzeitlichen Ständegesellschaft 4.1. Amt und Dichtung im nachreformatorischen Nekrolog 4.2. Ständische Diversifizierung des frühneuzeitlichen Totenlobs 4.3. Gebrauchsfunktionen der Literarisierung von Verwesungsprozessen im Nachruf 4.4. Die protestantische Leichenpredigt als Medium christlicher Verkündigung 4.5. Strategien nekrologischer Kritik in der protestantischen Leichenpredigt 5. Opitz oder: Wandel des Nachrufs im Gefolge der Sprach- und Literaturreform 5.1. Imitation der neulateinischen Nekrologdichtung im volkssprachlichen Totenlob 5.2. Indienstnahme des Nachrufs für die Durchsetzung der opitzschen Reform 5.3. Propagierung neuer Autorschaftskonzepte durch den Nekrolog 6. Gryphius, Birken und Abraham oder: Barockes Dichtertotenlob 6.1. Diversifikation der deutschsprachigen Nachruflyrik 6.2. Parentation als säkulare Konkurrenz zur Leichenpredigt 6.3. Nekrologische Monumentalisierung durch die Gedenkausgabe 6.4. Katholisches Dichtertotenlob der frühen Neuzeit 7. Thomasius oder: Konstanz und Wandel des Nachrufs in der Frühaufklärung 7.1. Sozialer Status und Gestaltung des Totengedenkens 7.2. Nekrologische Inszenierung einer postumen Rücknahme der Frühaufklärung 7.3. Rhetorische Humilisierung und ostentative Intimisierung des Nachrufs 7.4. Gedenkansprache als Forum aufklärerischer Programmatik 7.5. Das nekrologische Totengespräch 8. Greiffenberg, die Gottschedin und Karsch oder: Der Nachruf als Reflexionsmedium weiblicher Autorschaft 8.1. Barockpoesie von Frauen im engen Bannkreis häuslicher Frömmigkeitsübung 8.2. Maskulinisierung des weiblichen Dichtertalents im Aufklärungsdiskurs 8.3. Emanzipatorischer Anspruch auf eine freie Schriftstellerinnenexistenz in der Goethezeit 9. Geliert oder: Der Nachruf im Kult der Empfindsamkeit 9.1. Transformationen von Produktion, Distribution und Rezeption nekrologischer Kasualliteratur im 18. Jahrhundert 9.2. Der Nekrolog im Streit konkurrierender Fraktionen der Aufklärungsbewegung 9.3. Wandel der Formen des Nachrufgedichts 9.4. Poetologische Selbstreflexion der Gattung 10. Lessing oder: Die Anfänge des Zeitschriften- und Zeitungsnachrufs 10.1. Genres des publizistischen Nekrologs 10.2. Prosaisches Dichtertotenlob zwischen Tradition und Innovation ... 11. Kotzebue oder: Der vormärzliche Nachruf als Propagandainstrument 11.1. Politisierung eines Mordfalles durch den Nachruf 11.2. Die nekrologische Moritat 11.3. Formen und Strategien der Totenschmähung 12. Goethe oder: Nachrufe auf einen Klassiker 12.1. Nekrologische Inszenierung auratischer Dichterbilder 12.2. Stilisierung eines Todesfalles zur Epochenzäsur 12.3. Strategien verdeckter Totenkritik im neuzeitlichen Nachruf 12.4. Das Spektrum nekrologischer Genres im 19. Jahrhundert 13. Schluß 14. Literaturverzeichnis 14.1. Nachrufe 14.2. Sonstige Quellen 14.3. Forschung Namensregister
Erstmals größere Verbreitung als Druckwerke finden Nachrufe im deutschsprachigen Raum mit dem Ableben zentraler Gestalten der Reformation. Im Folgenden bildet sich ein großes Spektrum an öffentlichen Reaktionen auf Trauerfälle aus, das von der Todesmeldung über die Leichenpredigt, das Epicedium und die nekrologische Ekloge bis hin zum Totengespräch reicht. Die unterschiedlichen Spielarten des Nachrufs passen sich immer wieder neuen sozialen, kulturellen, ideologischen und medialen Herausforderungen an. Auch greifen stets die traditionellen, von der Funeralrhetorik vorgegebenen Formen der Verbeugung vor einem Hingeschiedenen und aktuelle Gestaltungsinnovationen ineinander. Dabei ist die Gattung nicht bloß ein Forum für das Lob von Verstorbenen, sondern steht durchgängig im Dienste aller erdenklichen theologischen, politischen und ästhetischen Interessen. Die Ansicht, dass der Nachruf in der Regel der Maxime De mortuis nil nisi bene gehorche, erweist sich als Vorurteil. Tatsächlich ist die mittels unterschiedlicher Strategien "zwischen den Zeilen" versteckte Kritik am Toten ein konstitutiver Bestandteil der Texte. Nachrufe auf Schriftsteller schließlich (alle erhaltenen Nachrufe auf 16 exemplarische Schriftsteller werden in der Studie analysiert) weisen ein besonders hohes Maß an Selbstreflexivität auf und sind signifikante Zeugnisse für die Geschichte von Autorschaftskonzepten.
Erstmals größere Verbreitung als Druckwerke finden Nachrufe im deutschsprachigen Raum mit dem Ableben zentraler Gestalten der Reformation. Im Folgenden bildet sich ein großes Spektrum an öffentlichen Reaktionen auf Trauerfälle aus, das von der Todesmeldung über die Leichenpredigt, das Epicedium und die nekrologische Ekloge bis hin zum Totengespräch reicht. Die unterschiedlichen Spielarten des Nachrufs passen sich immer wieder neuen sozialen, kulturellen, ideologischen und medialen Herausforderungen an. Auch greifen stets die traditionellen, von der Funeralrhetorik vorgegebenen Formen der Verbeugung vor einem Hingeschiedenen und aktuelle Gestaltungsinnovationen ineinander. Dabei ist die Gattung nicht bloß ein Forum für das Lob von Verstorbenen, sondern steht durchgängig im Dienste aller erdenklichen theologischen, politischen und ästhetischen Interessen. Die Ansicht, dass der Nachruf in der Regel der Maxime De mortuis nil nisi bene gehorche, erweist sich als Vorurteil. Tatsächlich ist die mittels unterschiedlicher Strategien "zwischen den Zeilen" versteckte Kritik am Toten ein konstitutiver Bestandteil der Texte. Nachrufe auf Schriftsteller schließlich (alle erhaltenen Nachrufe auf 16 exemplarische Schriftsteller werden in der Studie analysiert) weisen ein besonders hohes Maß an Selbstreflexivität auf und sind signifikante Zeugnisse für die Geschichte von Autorschaftskonzepten Review text: "Diese grundlegende Arbeit geht über die Darstellung eines Genres der Memorialkultur weit hinaus und bietet wichtige Anregungen für die Untersuchung von Akteuren, Institutionen und Kommunikationsformen im literarischen Feld."Rainer Kolk in: Germanistik Nr. 48, 1-2/2007