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Das Problem der Individualität als Herausforderung an die Semantik im Sturm und Drang: Studien zu Goethes "Brief des Pastors zu \*\*\* an den neuen Pastor zu \*\*\*", "Götz von Berlichingen" und "Clavigo"

معرفی کتاب «Das Problem der Individualität als Herausforderung an die Semantik im Sturm und Drang: Studien zu Goethes "Brief des Pastors zu \*\*\* an den neuen Pastor zu \*\*\*", "Götz von Berlichingen" und "Clavigo"» نوشتهٔ Willems, Marianne، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

The present study sets out to reformulate problems posed by the socio-historical explanation of literature by regarding them in terms of systems theory. It shows how, under the pressure of emergent 'exclusive individuality', traditional ideas and formulations are reinterpreted and pressed into service to perform new functions. Three works from Goethe's early period - the "Pastorbrief", "Götz" and "Clavigo" - are subjected to thorough analysis and a new reading of them is proposed. It becomes apparent that previous interpretations have themselves adopted the coordinates of Enlightenment and __Empfindsamkeit__, thus missing the opportunity for socio-historically motivated reinterpretations and denying these works much of their specifically historical thrust. I. Der Ansatz: Umdeutungen II. Brief des Pastors zu *** an den neuen Pastor zu *** Umdeutung christlicher Schemata zum Programm von Individualität 1. Die Notwendigkeit von Toleranz 1.1. Toleranz gegenüber Nichtchristen 1.2. Toleranz zwischen den christlichen Religionsgemeinschaften 2. Die Funktion der Religion im Pastorsbrief 2.1. Die Polemik gegen Deismus und Aufklärungstheologie 2.2. Das ’irdische Elend‘ 2.3. Die ’Erlösung‘ 3. Probleme des Individualitätskonzepts in religiöser Codierung III. Geschichtliche Bedingungen des Individualitätskonzepts 1. Ideengeschichte 1.1. Systema emanativum und Pantheismus 1.2. Leibniz 1.3. Hermetik 2. Gesellschaftsgeschichte 2.1. Das gesellschaftsgeschichtliche Bezugsproblem: Funktionale Differenzierung 2.2. Lösungsversuche IV. Götz von Berlichingen. Individualität in der Geschichte 1. Die falsche Alternative: Charakterdrama oder Geschichtsdrama? 2. Der ’Wendepunkt der Staatengeschichte‘ 2.1. Die lehnsfeudale Ordnung 2.2. Städtewesen, Geld- und Handelsverkehr 2.3. Die Veränderung der ’Staatsverhältnisse‘ 2.4. Die Konsequenzen für den Ritterstand 3. Götz von Berlichingens Selbstexplikation 3.1. Berlichingens Hofkritik: ’Ritterwelt‘ versus ’höfische Welt‘ 3.2. Berlichingens moralisierende Deutung der Differenz 3.3. Götz von Berlichingen – Sprachrohr des Autors oder Komponente einer Figuration? 4. Abweisung des empfindsamen Lösungsversuchs 4.1. Frontenverschiebung 4.2. Die Geniethematik: Tätige Individualität 5. Götz als Repräsentant des modernen Konflikts zwischen Individuum und Gesellschaft 5.1. Individualität versus Intersubjektivität 5.2. Der Wolf, die Schafe und die Hirten 6. Utopie und Katastrophe 6.1. Die Utopie der Liebesordnung 6.2. Berlichingens Treuebruch und Tod 7. Der ’Zwillingsbruder‘ Weislingen 7.1. Der Hof als Ort der Weltzuwendung – Adelheid als Weltrepräsentantin 7.2. Der Hof als Ort tätiger Größe 7.3. Weislingens Treuebruch und Tod V. Clavigo. Individualität um 1770 1. Die Aufhebung des empfindsamen Moralschemas durch enthusiastische Liebe 2. Der Hof 2.1. Der Hof als Ort der Weltzuwendung 2.2. Der Hof als Herrschaftszentrum und Ort tätiger Größe 2.3. Die Unvereinbarkeit von Individualität und Sozialität Bibliographie Register

Die Untersuchung reformuliert Probleme sozialgeschichtlicher Literaturerklärung unter systemtheoretischen Gesichtspunkten. Konkreter Gegenstand der Analyse des Zusammenhangs von Gesellschaftsstruktur und Semantik ist die 'Sattelzeit' um 1770, der 'Sturm und Drang'. Die Untersuchung knüpft an bei Niklas Luhmanns Diagnose einer Umstellung der Individualität von Inklusion auf Exklusion im Prozeß der funktionalen Differenzierung. Sie ermittelt Eigenart und Folgeprobleme der Individualitätskonzeption des 'Sturm und Drang' und bezieht sie auf diesen Prozeß. Unter dem Problemdruck der Umstellung auf Exklusions-Individualität wird altes Ideen- und Formulierungsgut umgedeutet und in neuer Funktion eingesetzt. Das gilt für so heterogene Bereiche wie Religion, Philosophie, Liebe und literarische Formensprache. In gründlicher Analyse wird eine neue Lektüre dreier Werke des jungen Goethe entworfen. Es zeigt sich, daß die bisherigen Interpretationen die Koordinaten von Aufklärung und Empfindsamkeit selbst übernommen und damit die sozialgeschichtlich motivierten Umdeutungen verpaßt und das Problempotential dieser Werke gerade um die historische Pointe verkürzt hatten. Die Arbeit bringt einen neuen Aspekt sogleich in der konkreten historischen Applikation zur Geltung, und zwar so wirkungsvoll, daß selbst ein so vielinterpretierter Text wie "Götz von Berlichingen" in einem ganz neuen Licht erscheint, der "Brief des Pastors zu *** an den neuen Pastor zu ***" und "Clavigo" überhaupt erst angemessenes Licht erhalten.

Die Untersuchung reformuliert Probleme sozialgeschichtlicher Literaturerklärung unter systemtheoretischen Gesichtspunkten. Konkreter Gegenstand der Analyse des Zusammenhangs von Gesellschaftsstruktur und Semantik ist die 'Sattelzeit' um 1770, der 'Sturm und Drang'. Die Untersuchung knüpft an bei Niklas Luhmanns Diagnose einer Umstellung der Individualität von Inklusion auf Exklusion im Prozeß der funktionalen Differenzierung. Sie ermittelt Eigenart und Folgeprobleme der Individualitätskonzeption des 'Sturm und Drang' und bezieht sie auf diesen Prozeß. Unter dem Problemdruck der Umstellung auf Exklusions-Individualität wird altes Ideen- und Formulierungsgut umgedeutet und in neuer Funktion eingesetzt. Das gilt für so heterogene Bereiche wie Religion, Philosophie, Liebe und literarische Formensprache. In gründlicher Analyse wird eine neue Lektüre dreier Werke des jungen Goethe entworfen. Es zeigt sich, daß die bisherigen Interpretationen die Koordinaten von Aufklärung und Empfindsamkeit selbst übernommen und damit die sozialgeschichtlich motivierten Umdeutungen verpaßt und das Problempotential dieser Werke gerade um die historische Pointe verkürzt hatten. Die Arbeit bringt einen neuen Aspekt sogleich in der konkreten historischen Applikation zur Geltung, und zwar so wirkungsvoll, daß selbst ein so vielinterpretierter Text wie "Götz von Berlichingen" in einem ganz neuen Licht erscheint, der "Brief des Pastors zu *** an den neuen Pastor zu ***" und "Clavigo" überhaupt erst angemessenes Licht erhalten Main description: The present study sets out to reformulate problems posed by the socio-historical explanation of literature by regarding them in terms of systems theory. It shows how, under the pressure of emergent 'exclusive individuality', traditional ideas and formulations are reinterpreted and pressed into service to perform new functions. Three works from Goethe's early period - the "Pastorbrief", "Götz" and "Clavigo"--Are subjected to thorough analysis and a new reading of them is proposed. It becomes apparent that previous interpretations have themselves adopted the coordinates of Enlightenment and Empfindsamkeit, thus missing the opportunity for socio-historically motivated reinterpretations and denying these works much of their specifically historical thrust Marianne Willems. Includes Bibliographical References (p. 290-298) And Index.
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