Das Naturrecht vor dem Naturrecht : Zur Geschichte des {u203A}ius naturae{u2039} im 16. Jahrhundert
معرفی کتاب «Das Naturrecht vor dem Naturrecht : Zur Geschichte des {u203A}ius naturae{u2039} im 16. Jahrhundert» نوشتهٔ Merio Scattola، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2012. این کتاب در 7 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Geschichte des modernen politischen Denkens ist zum großen Teil die Geschichte des Naturrechts, das dem neuzeitlichen Staat seine erste rationale Begründung lieferte. Dennoch ist das Naturrecht viel älter und geht auf die Antike zurück. Wie sah es im 16. Jahrhundert aus, bevor es zur offiziellen Staatstheorie wurde? Die Vorstellung zweier feindlicher konfessioneller Lager - protestantisches Naturrecht von Melanchthon versus katholisches Naturrecht der Schule von Salamanca - verkennt den topologischen Charakter des frühneuzeitlichen Wissens. Eher als nach Konfessionen läßt sich das Naturrecht im 16. Jahrhundert nach Disziplinen rekonstruieren, die durch besondere Fragestellungen und Methoden gekennzeichnet sind. Alle Varianten dieser Naturrechtslehre teilen ein gemeinsames Gedankengut. Sowohl von Theologen als auch von Philosophen und Juristen wird das ius naturae als eine Reihe von angeborenen Geboten verstanden, die mit dem Dekalog und den Grundregeln der Ethik identisch sind, von Gott in die Herzen der Menschen geschrieben wurden und, obwohl getrübt, auch nach dem Sündenfall wirken. Unterschiede treten erst dann auf, wenn die formalen Eigenschaften dieser Gebote festzulegen sind: Sind sie angeborene Ideen oder sollen sie als ein inhaltsloses Vermögen verstanden werden? Indem sie auf diese Fragen antwortete, konnte die humanistische Jurisprudenz durch eine langwierige Diskussion diesselbe Gliederung entwickeln, die vom modernen Naturrecht im 17. Jahrhundert verwendet wurde. Dennoch blieb das Naturrecht des 16. Jahrhunderts weit entfernt von der >modernen politischen Wissenschaftmodernen politischen Wissenschaft Im 17. Jahrhundert bot das Natur- und Völkerrecht die erste Theorie des modernen Staates. Wie sah es aber aus, bevor es in die Geschichte der neuzeitlichen Staatlichkeit mitaufgenommen wurde? In der Topologie des frühneuzeitlichen Wissens wurde das ius naturae als ein gemeinsames Gedankengut aller Disziplinen abgehandelt. Naturrecht sei dem Menschen von Gott gegeben; seit der Schöpfung stünden göttliche Gebote im menschlichen Herzen geschrieben; Naturrecht, Dekalog und Vorschriften der Ethik seien identisch: darüber waren sich Philosophie, Theologie und Jurisprudenz einig. Naturrecht war also nichts anderes als die ewige Ordnung, die Gott seit der Schöpfung den Menschen und der Welt gegeben hatte. Kann sich diese Idee mit dem modernen Staat, mit seinem Ursprung aus der Unordnung und seinem Bedürfnis nach entscheidendem Willen vertragen? In the 17th century natural and international law stood as the first theory of the modern state. But what did it look like before it was caught up in the history of modern statehood? In the topology of early modern knowledge ius naturae was regarded as a body of established thinking common to all disciplines. Philosophy, theology and jurisprudence were in complete agreement on a number of points: natural law was God-given; since the act of Creation divine commandments had been inscribed into the hearts of men; natural law, the Decalogue, and the demands of ethics were identical. Natural law was nothing other than the eternal order imposed on humankind and the world by God since time began. Can this idea be reconciled with the modern state, its origins in disorder, and its need for the decision-making exercise of will?
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