معرفی کتاب «Das Leben der Anderen im Gemenge der Weisheitswege : Diogenes Laertios und der Diskurs um die philosophische Lebensform zwischen Spätantike und Früher Neuzeit» نوشتهٔ Kaiser, Christian (Lecturer)، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Diogenes Laertios’s collection of biographical sketches of the great philosophers is an important document for the history of ancient philosophy. During the Renaissance, the “rediscovery” of this text led to literary creations, which substantially contributed to shaping the idea of the “modern” in the Early Modern Period. This study illustrates the multidimensional impact of the __Lives__ on Byzantine traditions and the Italian Quattrocento. 1. Einleitung 2. Grundthemen des Diskurses um die Philosophenbiographien im christlichen Milieu 2.1. Christliches Leben als (Anti-)Philosophie bei Paulus 2.2. Christlich-barbarische vs. heidnisch-hellenische Philosophen 2.3. Die Blüten der Philosophie - Legitimierung und Adaptation bei Klemens 2.4. Die Leidenschaften der Philosophen und der christliche Gegenentwurf 2.4.1. Platons Eros in der Kritik oder Was sich der Leser von einer antiken Philosophenbiographie erwarten darf 2.4.2. Platonische Liebesepigramme (nicht nur) in Diogenes Laertios und die Aporie der Authentizitätsfrage 2.4.3. Kyniker und Christen im Asketengemenge 2.5. Philosophenbiographien als Sammlungen von Anekdoten und Exempeln 2.6. Diogenes Laertios und die christliche Erzählung vom Ursprung der Philosophie 3. Das Leben der Philosophen im Urteil der griechischen Kirchenväter 3.1. Das παράδειγμα des Origenes und die Absenz atheistischer Philosophen bei Diogenes Laertios 3.2. Die Exempla der Philosophen im patristischen Schriftgut 3.2.1. Die Differenz der Beispiele bei Basileios von Kaisareia 3.2.2. Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos als Erben der Apologeten 4. Pagane und christliche Philosophenbiographien in byzantinischer Zeit 4.1. Das Leben der Heiligen vs. die Leben der Heiden 4.2. Das Andere des Kynismus 5. Diogenes Laertios unter den Griechen in Byzanz und Italien . 5.1. Die Antike kommunizieren: Diogenes Laertios im byzantinischen Bildungsdiskurs 5.1.1. Die Philosophenschelte Gregors von Nazianz in biographieorientierter Kommentierung 5.1.2. Diogenes Laertios als Mittler historisch-rhetorisch-poetischer Bildung in Byzanz 5.1.3. Wahrheit und Wissenschaft in Byzanz am Beispiel der αἱρέσεις 5.1.4. Laertianische Viten in den Gefechten spätbyzantinischer Gelehrter 5.2. Die Migration des Diogenes Laertios nach Italien 5.2.1. Die Philosophenviten als Anstoß 5.2.2. Diogenes Laertios in der Kontroverse um Platon und Aristoteles 6. Konklusion Bibliografie Quellen Forschungsliteratur Personenregister
Die Sammlung der Philosophenbiographien des Diogenes Laertios ist eines der wichtigsten und einflussreichsten philosophiehistorischen Dokumente der Antike. Die Studie verfolgt die griechische Rezeptionsgeschichte der Viten ab dem Zeitpunkt ihrer Entstehung (etwa 3. Jh. n. Chr.) bis zu den unmittelbaren Folgen ihrer lateinischen Neuübersetzung (15. Jh.). Anhand ausgewählter repräsentativer Zeugen aus der griechischsprachigen Geistesgeschichte (u. a. Klemens von Alexandria, Tatian, Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Johannes Chrysostomus, Michael Psellos, Gregorios Akindynos, Nikephoros Gregoras, Bessarion) und Hagiographie wird die mehrdimensionale Funktionalität der antiken Philosophenbiographien in der byzantinischen Kultur illustriert. Die Viten erweisen sich als unverzichtbare Referenzpunkte im spätantiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Diskurs um die richtige, der Wahrheit gemäßen Lebensform unter den Christen, auch und besonders zur Verdeutlichung des zu überwindenden „Anderen“. Gleichzeitig wird der spätrömische Bildungs- und Erziehungsdiskurs, in welchem Diogenes Laertios eine völlig andere, nichtsdestoweniger wichtige Funktion erfüllt, in byzantinischer Zeit nahtlos fortgeführt.