معرفی کتاب «Das Buch der Seele : Tagebuchliteratur zwischen Aufklärung und Kunstperiode» نوشتهٔ Schönborn, Sibylle، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
With analyses of the diaries of Haller, Gellert, Lavater, La Roche, von der Recke, Goethe, Leisewitz, Lichtenberg, etc., and taking full account of culture-historical aspects, the media, and mentality, the study traces the contribution made by the diary genre to the two central developments of the 18th century: individualization and the spread of written culture. Abbildungsverzeichnis I. Einleitung II. Zum Forschungsstand III. Das Tagebuch als Chronik pietistischer Erlösungs- und Bekehrungsgeschichten 1. Pietismus und Tagebuch 2. »Fustapfen Gottes«: Philipp Matthäus Hahns Tagebücher 1772–1777 3. Das »Buch des Gewissens« 4. Religiöse Biographie-Modelle IV. Gebetstexte – Vom Dialog mit Gott zum Dialog mit der eigenen Seele 1. »Im Namen des Herrn«: Albrecht von Hallers Tagebücher 1736–1747 und 1772–1777 1.1 Todesfälle 1.2 Bittgebete 2. Der heilige Seelentext: Christian Fürchtegott Gellerts Tagebuch aus dem Jahre 1761 2.1 Körper, Herz und Seele: Die Philosophie des Herzens 2.2 Seelen[er]forschungen 2.3 Beten und Lesen: Seelentext und Heilige Schrift 2.4 Körperinschriften: Die Seele und der Körper 2.5 Krankheit der Seele V. Der Heilige Text – Vom Text Gottes zum Menschentext: Die Tagebücher Johann Caspar Lavaters 1. Medientechnik 2. Literarisches Urmuster – Der Roman des Gewissens: Johann Caspar Lavaters »Geheimes Tagebuch« aus dem Jahre 1769 2.1 Lehrbeispiele christlichen Lebens 2.2 Selbsterfahrung im Tod des anderen 2.3 Texterweckung 3. Die Konkurrenz der Texte – Gottes-, Menschen- und Naturtext: »Unveränderte Fragmente aus dem Tagebuche eines Beobachters seiner Selbst« 1773 3.1 Exemplarische Familienszenen VI. Leben im Text – Der Dialog mit dem stummen Partner 1. Der Spiegel des anderen – Vater und Sohn: Lavaters »Noli me nolle« 1786–1789 1.1 Der neue Gott 1.2 Freundschaftsideal: Vater – Sohn 1.3 Textmagie: »Ein einziger Sohn« 1.4 Das einsame Individuum 2. Immerwährendes Andenken – Der Dialog mit dem toten Partner: Albertine Pfrangers »Tagebuch einer traurenden Wittwe« 1803 2.1 Die heilige Familie: Selbstentwürfe zwischen Mutter und Ehefrau VII. Grenzerfahrungen – Lebensreisen ins Unbekannte 1. »Et in arcadia ego«: Sophie La Roches Schweizreisen 1787 und 1793 1.1 Gedächtnis und Erinnerung 1.2 Bedeutungswandel des Todes 1.3 Der Tod in der Kunst 1.4 Trauerarbeit 1.5 Französische Revolution 1.6 »La cérémonie des adieux«: »Schattenrisse abgeschiedener Stunden in Offenbach, Weimar und Schönebeck im Jahre 1799« 2. Textinitiation: Johann Wolfgang Goethes »Tagebuch der Italienischen Reise« 1786 2.1 Textvereinigung: Der Liebesdiskurs im Tagebuchdialog 2.2 Kindheitsutopie: Rehabilitation der Sinne oder die Kunst des Sehens 2.3 »Nordische Krankheit« VIII. Der psychologische Diskurs – Dialog mit dem zweiten Ich 1. Leben als Erinnern: Elisa von der Reckes Tagebücher der Jahre 1789, 1790 und 1791–1795 1.1 Autoerotische »Seelenergießungen« 1.2 »Heiliges Erinnern« 1.3 Die Entdeckung des Anderen im eigenen Ich 1.4 »Heitere Resignation« IX. Die andere Geschichte – Archive des Ich 1. Chronik des Alltags: Johann Anton von Leisewitz’ Tagebücher 1779–1781 1.1 »Leben von Tag zu Tag« 1.2 Lange-Weile: Der Gott der Zeit 1.3 Körpergedächtnis – Traumgedächtnis 2. Von radikaler Individualität zur Intimität: Johann Wolfgang Goethes Tagebücher 1776–1782 2.1 Texterleben: Das Mondjahr 1777 2.2 1778: Das dreißigste Jahr – Exemplarischer Lebensentwurf eines Individuums 2.3 »Roman« einer Bildungsgeschichte 3. Das ausgegrenzte Individuelle: Georg Christoph Lichtenbergs Tagebücher 1789–1799 3.1 Das verdrängte Private X. Zusammenfassung XI. Literaturverzeichnis XII. Register
Die Studie über die Tagebuchliteratur im 18. Jahrhundert versteht sich als Beitrag zur Kulturgeschichte unter medien- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten. Dabei kann der Gattung Tagebuch eine zentrale Bedeutung für den allgemeinen Literalisierungs- und Individualisierungsprozeß zugewiesen werden. Die Entstehung und Geschichte der Gattung wird erstmals am Beispiel eingehender Einzelanalysen der Tagebücher von Haller, Gellert, Lavater, La Roche, von der Recke, Goethe, Leisewitz, Lichtenberg u.a. als Entwicklungsprozeß von der Simulation einer mündlichen Dialogsituation (Gespräch mit Gott, dem geliebten alter ego, dem toten Partner), über den inneren Dialog mit dem 'zweiten Ich' bis hin zu dem an keinen gerichteten, intimen Text beschrieben. An der Entwicklung der Tagebuchliteratur wird deutlich, daß komplexe Individualitätskonzepte an Schrift gekoppelt sind. Von rechtfertigenden Selbstentwürfen gegenüber einem idealen alter ego bis zur selbstreferentiellen, autonomen Selbstkonstitution verläuft die Geschichte der Selbstfiktionalisierungsmodelle in der Tagebuchliteratur. Angetrieben wird dieser Prozeß der Selbsterfindung durch die Reflexion auf den eigenen Körper und den Tod, den die Tagebuchliteratur in radikaler Unmittelbarkeit repräsentiert.
Die Studie über die Tagebuchliteratur im 18. Jahrhundert versteht sich als Beitrag zur Kulturgeschichte unter medien- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten. Dabei kann der Gattung Tagebuch eine zentrale Bedeutung für den allgemeinen Literalisierungs- und Individualisierungsprozeß zugewiesen werden. Die Entstehung und Geschichte der Gattung wird erstmals am Beispiel eingehender Einzelanalysen der Tagebücher von Haller, Gellert, Lavater, La Roche, von der Recke, Goethe, Leisewitz, Lichtenberg u.a. als Entwicklungsprozeß von der Simulation einer mündlichen Dialogsituation (Gespräch mit Gott, dem geliebten alter ego, dem toten Partner), über den inneren Dialog mit dem 'zweiten Ich' bis hin zu dem an keinen gerichteten, intimen Text beschrieben. An der Entwicklung der Tagebuchliteratur wird deutlich, daß komplexe Individualitätskonzepte an Schrift gekoppelt sind. Von rechtfertigenden Selbstentwürfen gegenüber einem idealen alter ego bis zur selbstreferentiellen, autonomen Selbstkonstitution verläuft die Geschichte der Selbstfiktionalisierungsmodelle in der Tagebuchliteratur. Angetrieben wird dieser Prozeß der Selbsterfindung durch die Reflexion auf den eigenen Körper und den Tod, den die Tagebuchliteratur in radikaler Unmittelbarkeit repräsentiert Die Studie zeichnet durch Einzelanalysen der Tagebücher von Haller, Gellert, Lavater, La Roche, von der Recke, Goethe, Leisewitz, Lichtenberg u.a. unter kultur-, medien- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten den Beitrag der Gattung für die zentralen Entwicklungsschübe des 18. Jahrhunderts, die Individualisierung und Literalisierung, nach Sibylle Schönborn. Originally Presented As The Author's Habilitationsschrift--universitaẗ Düsseldorf, 1997. Includes Bibliographical References (p. 291-299) And Index.