Das Abaton des Lykäischen Zeus und der Hain der Elaia : Zum Diskos von Phaistos und zur frühen griechischen Schriftkultur
معرفی کتاب «Das Abaton des Lykäischen Zeus und der Hain der Elaia : Zum Diskos von Phaistos und zur frühen griechischen Schriftkultur» نوشتهٔ Ohlenroth, Derk، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2010. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Vor annähernd 90 Jahren in der mittelminoischen Fundschicht eines kretischen Palastes entdeckt, ist der auf spätestens ca. 1600 v. Chr. datierte beidseitig piktographisch bestempelte Diskos von Phaistos bis in die Gegenwart ein ungelöstes Rätsel geblieben. Schon das Schriftsystem ist singulär und der Aussagewert seiner Zeichen ungeklärt. Unbekannt ist aber auch die zugrundeliegende Sprache: Da man den Kulturhorizont, dem der Diskos entstammt, als rein minoisch versteht, wird etwa ein indogermanisches Idiom kaum ernsthaft in Erwägung gezogen. Alle Versuche, das prähistorische Dokument zu entschlüsseln, gelten derzeit als chancenlos.
Demgegenüber antworten beide Inschriften auf einen bisher nicht in den Blick gefaßten Frageansatz positiv: Verständlich werden die Aussagefunktion der Bildzeichen, die Anlage der feldabgrenzenden Vertikalen, der unterhalb mancher Piktogramme ansetzende Schrägstrich oder einzelne Nachbesserungen im feuchten Ton. Der Inhalt der Inschriften - wie ihre sinnbezogene Gesamttektonik - erweist sich als ebenso schlüssig wie die ausgefeilte Stilistik der Texte und nicht zuletzt deren kulturhistorische Einbettung. Darüber hinaus sind beide Texte komplementär aufeinander bezogen. Das Ineinanderspielen aller verschiedenen Teilaspekte läßt in sich kohärente individuelle Funktionszusammenhänge sichtbar werden, die alle Merkmale des Historisch-Originären aufweisen. Ursprünglich im griechischen Mutterland, an zwei hochaltertümlichen Kultstätten des südwestlichen Arkadien, beheimatet, rücken die Diskos-Inschriften die Anfänge abendländischer Literalität beträchtlich hinauf und lassen die kulturellen Implikationen der ägäischen Bronzezeit in anderem Licht erscheinen.
Vor annähernd 90 Jahren in der mittelminoischen Fundschicht eines kretischen Palastes entdeckt, ist der auf spätestens ca. 1600 v. Chr. datierte beidseitig piktographisch bestempelte Diskos von Phaistos bis in die Gegenwart ein ungelöstes Rätsel geblieben. Schon das Schriftsystem ist singulär und der Aussagewert seiner Zeichen ungeklärt. Unbekannt ist aber auch die zugrundeliegende Sprache: Da man den Kulturhorizont, dem der Diskos entstammt, als rein minoisch versteht, wird etwa ein indogermanisches Idiom kaum ernsthaft in Erwägung gezogen. Alle Versuche, das prähistorische Dokument zu entschlüsseln, gelten derzeit als chancenlos. Demgegenüber antworten beide Inschriften auf einen bisher nicht in den Blick gefaßten Frageansatz positiv: Verständlich werden die Aussagefunktion der Bildzeichen, die Anlage der feldabgrenzenden Vertikalen, der unterhalb mancher Piktogramme ansetzende Schrägstrich oder einzelne Nachbesserungen im feuchten Ton. Der Inhalt der Inschriften - wie ihre sinnbezogene Gesamttektonik - erweist sich als ebenso schlüssig wie die ausgefeilte Stilistik der Texte und nicht zuletzt deren kulturhistorische Einbettung. Darüber hinaus sind beide Texte komplementär aufeinander bezogen. Das Ineinanderspielen aller verschiedenen Teilaspekte läßt in sich kohärente individuelle Funktionszusammenhänge sichtbar werden, die alle Merkmale des Historisch-Originären aufweisen. Ursprünglich im griechischen Mutterland, an zwei hochaltertümlichen Kultstätten des südwestlichen Arkadien, beheimatet, rücken die Diskos-Inschriften die Anfänge abendländischer Literalität beträchtlich hinauf und lassen die kulturellen Implikationen der ägäischen Bronzezeit in anderem Licht erscheinen Vorbemerkung I Einführung zum Diskos von Phaistos A Die heuristischen Vorgaben B Das epigraphische Material II Die Elementaranalyse A Erhebungen im Vorfeld B Orthographie und Phonologie C Systeminhärente Mittel der Textgliederung D Lesehilfen E Der Schlüssel (mit Unterscheidung der Allophone) III Die Texte der Diskos-Inschrift Perspektive der Interpretation A Die A-Strophe B Die B-Strophe C Die Diskos-Texte als kulturhistorische Zeugen D Zusammenfassung IV Die frühzeitlichen Rahmenbedingungen A Schriftgeschichtliche Konsequenzen B Literale Kontinuität seit der Bronzezeit C Die Identität der mykenischen Herrscher D Die Gesichtsmasken aus den Schachtgräbern von Mykene E Ausblick: Einzelaspekte einer revidierten Chronologie V Verwandte kretische piktographische Systeme A Die hieroglyphische Inschrift einer bronzenen Doppelaxt von Arkalochori B Die Steininschrift von Mallia Schlußbemerkung Literaturverzeichnis Abbildungen Derk Ohlenroth. Includes Bibliographical References (p. [465]-481).