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Chorwettbewerbe in Deutschland zwischen 1841 und 1914 : Traditionen - Praktiken - Wertdiskurse

معرفی کتاب «Chorwettbewerbe in Deutschland zwischen 1841 und 1914 : Traditionen - Praktiken - Wertdiskurse» نوشتهٔ Christoph Müller-Oberhäuser, Christoph Muller-Oberhauser، منتشرشده توسط نشر BWV Berliner Wissenschafts-Verlag. in Franz Steiner Verlag GmbH در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Chorwettbewerbe waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Deutschland verbreitet, zugleich allerdings heiß umstritten. Denn das Format, das wesentliche Anregungen aus Belgien und der Schweiz erfuhr, konfligierte aus Sicht seiner Kritiker mit zentralen Werten der auf Gemeinschaftsbildung, nationale Sammlung und Pflege des 'deutschen Liedes' ausgerichteten deutschen Sängerbewegung. Befürworter hingegen sahen in den Wettbewerben ein adäquates Mittel, die Leistungsfähigkeit der Laiensänger in den Gesangvereinen zu steigern, verbanden damit geschäftliche Interessen oder hofften bei Erfolgen auf Prestigegewinne. Christoph Müller-Oberhäuser arbeitet erstmals die Geschichte der Chorwettbewerbe bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs auf breiter Quellengrundlage umfassend auf. Die Praktiken der Wettbewerbsorganisation und -durchführung sowie die Funktion des Formats für die verschiedenen Gruppen der Beteiligten stehen dabei ebenso im Fokus wie die Diskussionen in den Fachzeitschriften über dessen Legitimität. Dabei wird deutlich, dass Chorwettbewerbe trotz aller Kritik attraktiv blieben, weil sie sich sowohl mit künstlerischen als auch politischen Interessen verbinden ließen und zudem Anlässe für Geselligkeit und Unterhaltung darstellten. Vorwort Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Chorwettbewerbe – ein historischer Überblick 2.1 Die Anfänge der Chorwettbewerbe in Deutschland (1841–1849) 2.1.1 Erste Chorwettbewerbe in den Nachbarländern: Brüssel (1841) und Zürich (1843) 2.1.2 Erste Wettbewerbe in Deutschland: Marburg (1845) und Mainz (1846) 2.1.3 Hintergründe und Voraussetzungen für die Entstehung von Chorwettbewerben 2.2 Die allmähliche Etablierung der Chorwettbewerbe (1850–1879) 2.2.1 Die ersten großen Wettstreite im Rheinland: Düsseldorf (1850, 1852) 2.2.2 Die Sängerbünde proben das Wettsingen: Ulm (1850) und Braunschweig (1863) 2.2.3 Die Sängerbünde im Rheinland und das Preissingen: Aachen (1863) 2.2.4 Die schwierige Einführung der Chorwettbewerbe in Deutschland 2.3 Der Durchbruch der Wettstreite und die Probleme des Wettsingens (1880–1914) 2.3.1 Der internationale Gesangwettstreit in Köln 1880 2.3.2 Die weitere Entwicklung der Wettstreite 2.3.3 Die Sängerbünde und das Preissingen 2.3.4 Gründe für den späten Erfolg des Formats 2.4 Die vier Kaiserpreissingen zwischen 1899 und 1913 2.4.1 Der Deutsche Sängerbund und das Preissingen 2.4.2 Das erste Kaiserpreissingen in Kassel 1899 2.4.3 Die weiteren Kaiserpreissingen in Frankfurt (1903, 1909, 1913) 2.4.4 Die Auswirkungen der Kaiserpreissingen 2.5 Die weitere Entwicklung der Chorwettbewerbe 3. Organisation und Durchführung – die Wettbewerbspraktiken 3.1 Festgemeinschaft oder Konkurrenz? – Chorwettbewerbe veranstalten 3.1.1 Die Planung und Organisation von Chorwettbewerben 3.1.2 Die zeitliche Gestaltung – zur Programmerstellung bei Wettbewerben 3.1.3 Orte des Wettbewerbs – das räumliche Arrangement 3.1.4 Den Wettbewerb rahmen – das Reglement 3.1.5 Zwischen Inszenierung und Aufführung: die Interaktion beim Wettbewerb 3.1.6 Gemeinschaftsbildung und Konkurrenz – ein Widerspruch? 3.2 Zwischen Mäzenatentum, Kulturförderung und Geschäft – Chorwettbewerbe unterstützen 3.2.1 Adeliges Mäzenatentum bei Chorwettbewerben 3.2.2 Förderung durch die Kommunen 3.2.3 Unterstützung aus der Wirtschaft 3.2.4 Die Abhängigkeit von den Förderern und die Grenzen der Kommerzialisierung 3.3 Gewinnen um jeden Preis? – An Wettbewerben teilnehmen 3.3.1 Teilnahmebeschluss und organisatorische Vorbereitungen 3.3.2 Die musikalische Vorbereitung auf den Wettbewerb 3.3.3 Die Performance der Vereine beim Wettbewerb 3.3.4 Unlauterer Wettbewerb? – Praktiken des Mogelns 3.3.5 Festigung oder Gefährdung? – Die Auswirkungen des Preissingens auf die Vereine 3.4 Zwischen Volksliedideal und künstlerischem Anspruch – für Chorwettbewerbe komponieren 3.4.1 Die selbstgewählten Stücke 3.4.2 Die Preischöre: Hürdenlauf für Männerchöre? 3.4.3 Die Auswahl der Preischöre 3.4.4 Volksliedideal und Wettbewerbsformat – Akzeptanzprobleme des Wettbewerbsrepertoires 3.5 Auf der Suche nach dem objektiven ästhetischen Werturteil – bei Chorwettbewerben werten 3.5.1 Die Zusammenstellung des Preisgerichts 3.5.2 Die Bewertungsverfahren 3.5.3 Weitere Bewertungsinstanzen: Presse und Publikum 3.5.4 Zwischen Objektivität und Zufall: das Vertrauensproblem bei Chorwettbewerben 3.6 Die Nachbereitung der Wettbewerbserfahrungen – an Chorwettbewerbe erinnern 3.6.1 Performances: den Wettbewerbserfolg vorführen 3.6.2 Materialisierungen: den Wettbewerbserfolg repräsentieren 3.6.3 Narrative: eine Erfolgsgeschichte erzählen 3.6.4 Wettbewerbe zum Vergessen? – Über den Umgang mit Niederlagen 3.6.5 Die entscheidende Frage: Gewinner oder Verlierer? 3.7 Alles nur ein Spiel? – Zur Funktion der Chorwettbewerbe für die Beteiligten 3.7.1 Unterhaltung und Vergnügen: Wettbewerbe als Teil der Populärkultur 3.7.2 Prestige: Wettbewerbserfolge als symbolisches Kapital 3.7.3 Gewinn: Das ökonomische Interesse an Wettbewerben 3.7.4 Steuerung: Wettbewerbe als Mittel der Einflussnahme 4. Wertvorstellungen der bürgerlichen Sängerbewegung und die Chorwettbewerbe 4.1 Die soziale Zuordnung der Wettbewerbe, oder: Waren Chorwettbewerbe ‚bürgerlich‘? 4.1.1 Die soziale Zusammensetzung der Teilnehmerschaft 4.1.2 Die Arbeiterschaft und das Preissingen 4.1.3 Bildung oder Sport? – Chorwettbewerbe zwischen Idealismuspostulat und Materialismusvorwurf 4.2 Der ‚deutsche Mann‘ im Sängerkrieg, oder: Wettbewerbe und Männlichkeit 4.2.1 Im ‚Sängerkrieg‘: Deutungen der Chorwettbewerbe 4.2.2 Männlichkeitsvorstellungen in den Liedtexten 4.2.3 Die Frage nach einem angemessenen Männerchorrepertoire 4.2.4 Frauen bei Männerchorwettbewerben 4.2.5 Eine seltene Ausnahme: Frauen im Wettbewerb 4.2.6 Mitsingen unerwünscht? – Warum Chorwettbewerbe in Deutschland ‚Männersache‘ blieben 4.3 Ein ‚undeutsches‘ Format? – Die (inter-)nationale Dimension der Chorwettbewerbe 4.3.1 Ort, Region, ‚Vaterland‘ – räumlich-geographische Bezugsebenen der Wettbewerbsinszenierung 4.3.2 Internationale Chorwettbewerbe zwischen Austausch und Abgrenzung 4.3.3 Die Kritik an den internationalen Wettbewerben 4.3.4 Zwischen Bekenntnis und Banalität: die nationale Bedeutung der Chorwettbewerbe 4.4 Pro oder Contra? – Chorwettbewerbe im Diskurs 5. Resümee Textanhang Nr. 1 – Carl Pusch: Vision zu Speyer Nr. 2 – Eduard Mörike: Jung Volker Nr. 3 – Lied, gewidmet dem Männergesangverein ‚St. Castor‘ Abkürzungsverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis 1. Ungedruckte Quellen 2. Zeitschriften und Zeitungen 3. Festbücher 4. Weitere gedruckte Schriftquellen 5. Notenausgaben 6. Literatur Ortsregister Personenregister Abbildungsverzeichnis Tafeln "Chorwettbewerbe waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Deutschland verbreitet, zugleich allerdings heiß umstritten. Denn das Format, das wesentliche Anregungen aus Belgien und der Schweiz erfuhr, konfligierte aus Sicht seiner Kritiker mit zentralen Werten der auf Gemeinschaftsbildung, nationale Sammlung und Pflege des 'deutschen Liedes' ausgerichteten deutschen Sängerbewegung. Befürworter hingegen sahen in den Wettbewerben ein adäquates Mittel, die Leistungsfähigkeit der Laiensänger in den Gesangvereinen zu steigern, verbanden damit geschäftliche Interessen oder hofften bei Erfolgen auf Prestigegewinne. Christoph Müller-Oberhäuser arbeitet erstmals die Geschichte der Chorwettbewerbe bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs auf breiter Quellengrundlage umfassend auf. Die Praktiken der Wettbewerbsorganisation und -durchführung sowie die Funktion des Formats für die verschiedenen Gruppen der Beteiligten stehen dabei ebenso im Fokus wie die Diskussionen in den Fachzeitschriften über dessen Legitimität. Dabei wird deutlich, dass Chorwettbewerbe trotz aller Kritik attraktiv blieben, weil sie sich sowohl mit künstlerischen als auch politischen Interessen verbinden ließen und zudem Anlässe für Geselligkeit und Unterhaltung darstellten."--Page 4 of cover "Chorwettbewerbe waren im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert in Deutschland verbreitet, zugleich allerdings heiß umstritten. Denn das Format, das wesentliche Anregungen aus Belgien und der Schweiz erfuhr, konfligierte aus Sicht seiner Kritiker mit zentralen Werten der auf Gemeinschaftsbildung, nationale Sammlung und Pflege des 'deutschen Liedes' ausgerichteten deutschen Sängerbewegung. Befürworter hingegen sahen in den Wettbewerben ein adäquates Mittel, die Leistungsfähigkeit der Laiensänger in den Gesangvereinen zu steigern, verbanden damit geschäftliche Interessen oder hofften bei Erfolgen auf Prestigegewinne. Christoph Müller-Oberhäuser arbeitet erstmals die Geschichte der Chorwettbewerbe bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs auf breiter Quellengrundlage umfassend auf. Die Praktiken der Wettbewerbsorganisation und -durchführung sowie die Funktion des Formats für die verschiedenen Gruppen der Beteiligten stehen dabei ebenso im Fokus wie die Diskussionen in den Fachzeitschriften über dessen Legitimität. Dabei wird deutlich, dass Chorwettbewerbe trotz aller Kritik attraktiv blieben, weil sie sich sowohl mit künstlerischen als auch politischen Interessen verbinden ließen und zudem Anlässe für Geselligkeit und Unterhaltung darstellten."--Baksidestext
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