Bedingt erinnerungsbereit : Soldatengedenken in der Bundesrepublik
معرفی کتاب «Bedingt erinnerungsbereit : Soldatengedenken in der Bundesrepublik» نوشتهٔ Manfred Hettling und Jörg Echternkamp (eds.)، منتشرشده توسط نشر Vandenhoeck und Ruprecht در سال 2008. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Der Bau des Bundeswehr-Ehrenmals markiert einen bedeutsamen Einschnitt in der Gedenkkultur der Bundesrepublik. Erstmals seit 1945 wird die Erinnerung an den Tod des Soldaten wieder positiv gedeutet. Weil es nun um Soldaten einer demokratisch verfassten Gesellschaftsordnung geht, treten die staatliche Funktion des Militärs und die politische Legitimation militärischer Einsätze durch das Gemeinwesen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. In der Errichtung des Denkmals spiegelt sich deshalb nicht nur der in den 1990er Jahren einsetzende Wandel der Bundeswehr von einer Verteidigungs- zu einer Einsatzarmee wider. Das Denkmal symbolisiert auch einen Bedeutungswandel im politischen Selbstverständnis der Bundesrepublik. Der Bruch mit dem weit ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Militarismus verband sich mit einer Konzentration der bundesdeutschen Gedenkkultur auf die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, wie die Formel seit den 1960er Jahren lautet. Sie ermöglichte sowohl die Würdigung der Opfer nationalsozialistischer Gewalt als auch die antitotalitäre Aufladung der Erinnerungspolitik im Kalten Krieg. Doch seit deutsche Soldaten auf der Grundlage parlamentarischer Entscheidungen in Auslandseinsätze geschickt werden, steht die Frage unübersehbar im Raum: Wie sollen jene, die dafür die politische Verantwortung tragen, der toten Soldaten gedenken? Wie soll sich die bundesdeutsche Gesellschaft an die Soldaten erinnern, die im Einsatz/ürdas politische Gemeinwesen ihr Leben verloren haben? Wie soll schließlich die Bundeswehr selber ihre ums Leben gekommenen Soldaten würdigen und ihr Andenken pflegen? Der Band nimmt diese aktuellen Probleme zum Ausgangspunkt. Vertreter der Geschichtswissenschaft, Soziologie und Theologie, der Architektur und Kunstgeschichte - darunter Mitarbeiter von Forschungs- und Bildungseinrichtungen der Bundeswehr - diskutieren am Beispiel der Errichtung des Ehrenmals die folgenden fünf Aspekte: 8 Vorwort 1. Welche Konflikte entstehen aus der Herausforderung, in einer »postheroischen Gesellschaft« neue politische Handlungsfelder mit neuen und ungewohnten Risiken gestalten zu wollen? 2. Welche historischen Traditionen des Gedenkens toter Soldaten wirken in der Bundesrepublik weiter - sei es als gesellschaftlicher Lernprozess, sei es als politische Belastung? 3. Welche religiösen Hilfsangebote gibt es für die Verarbeitungsprozesse und Deutungsleistungen? 4. Wie fügt sich das geplante Ehrenmal in die deutsche Denkmalslandschaft ein? Welche Formensprache greift es auf, welche Deutungsassoziationen löst es aus? 5. Weshalb ist in der bundesdeutschen Öffentlichkeit trotz der deutlichen Verschiebung des Verhältnisses von Militär und Gesellschaft über dieses zentrale Element von Staatlichkeit bislang nicht intensiv diskutiert worden? Vorwort 7 Politische Konstellationen Manfred Hettling Militärisches Totengedenken in der Berliner Republik. Opfersemantik und politischer Auftrag 11 Herfried Münkler Militärisches Totengedenken in der postheroischen Gesellschaft 22 Historische Traditionen Wolfgang Kruse Strukturprobleme und Entwicklungsphasen des monumentalen Gefallenenkultes in Deutschland seit 1813 ... 33 Jörg Echternkamp Kein stilles Gedenken. Die Toten der Wehrmacht im Erinnerungskonflikt der Bundesrepublik 46 Wolfgang Schmidt Die Toten der Bundeswehr. Deutungsleistungen zwischen säkularem Ritual und sakralem Gedenken 58 Religiöse Dimensionen von Trauer und Opfer Angelika Dörfler-Dierken Der Tod des Soldaten als Opfer. Protestantische Traditionslinien 75 6 Inhalt Thomas R. Elßner Der Tod kennt keine Uniform. Bemerkungen und Beobachtungen eines Seelsorgers 85 Das Ehrenmal als Teil der bundesdeutschen Denkmalslandschaft Heinrich Wefing Pavillon der Erinnerung. Einige Anmerkungen zur Architektur des Berliner Bundeswehr-Ehrenmals von Andreas Meck 97 Günter Schlusche In einer stillen Straße... Das Ehrenmal in seinem städtebaulichen Umfeld 107 Stefanie Endlich Das Bundeswehr-Ehrenmal im Kontext der Berliner Denkmalslandschaft. Nationale und dezentrale Formen der Erinnerung 120 Hans-Ernst Mittig Sind demokratische Werte monumental repräsentierbar? 132 Militär und Öffentlichkeit Thomas Bulmahn Öffentliche Wahrnehmung der Bundeswehr. Medienberichte und Medienwirkungen 151 Klaus Naumann Abwehr, Abschreckung, Distanzierung. Militär, Öffentlichkeit und Tod in der Bundesrepublik 162 Bildnachweis 175 Autorinnen und Autoren 176 Die Auslandseinsätze seit den 1990er Jahren haben Rolle und Aufgaben der Bundeswehr grundlegend verändert. Damit hat sich auch das Verhältnis von Militär und Gesellschaft gewandelt. Dass der militärische Einsatz gefährlich ist und potentiell den gewaltsamen Tod einschließt, ist für die Bundesrepublik eine neue Erfahrung. Prägend war und ist eine Erinnerungskultur, welche die "Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" ins Zentrum rückt. Eine Erinnerung an den aktiven militärischen Einsatz, an das Opfer "für" demokratisch legitimierte Ziele hat noch keine akzeptierten Ausdrucksformen gefunden. Aus diesem Grund fehlen bis jetzt adäquate Formen der Erinnerung an tote Bundeswehrsoldaten. Das Buch bilanziert historische Traditionen des Soldatengedenkens in Deutschland und skizziert, welche Angebote es heute von Seiten der Religion und der Psychologie für die Trauernden gibt. Darüber hinaus diskutiert der Band, wie sich das geplante "Bundeswehr-Ehrenmal" in die deutsche Denkmalslandschaft einfügt und fragt nach den Gründen für die geringe öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber der sich ändernden Rolle des Militärs in der bundesdeutschen Gesellschaft
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