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Aus der Judengasse : Zur Entstehung und Ausprägung deutschsprachiger Ghettoliteratur im 19. Jahrhundert

معرفی کتاب «Aus der Judengasse : Zur Entstehung und Ausprägung deutschsprachiger Ghettoliteratur im 19. Jahrhundert» نوشتهٔ Gabriele von Glasenapp -، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 1996. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die Arbeit unternimmt erstmals den Versuch, die Entstehung und Ausprägung deutschsprachiger Ghettoliteratur vornehmlich des 19. Jahrhunderts unter bewußter Aussparung jiddischer Texte in einem größeren literarhistorischen Kontext darzustellen. Der Begriff 'deutschsprachige Ghettoliteratur' verweist dennoch primär auf einen grenzüberschreitenden Charakter des Genres, denn im Verlauf des o.g. Zeitraums wurden Ghettoerzählungen im gesamten deutschen Sprachraum publiziert, der sich in dieser Epoche bis weit nach Osteuropa hinein erstreckte. Literaturhistorisch steht dieses spezifisch jüdische Genre im Zusammenhang mit der sich seit den 1830er Jahren entwickelnden Regionalliteratur und deren Trivialisierung und fand im Gegensatz zur gleichfalls regional geprägten Dorfgeschichte daher primär jüdische Leser. Die lokalen Akzente waren dabei durchaus unterschiedlich: zu verschieden waren die historischen Erfahrungen der Autoren, die in Deutschland vorwiegend aus den preußisch besetzten Gebieten Polens stammten und in den böhmischen Ländern der Habsburgermonarchie naturgemäß andere Bedingungen vorfanden als in Galizien, in dem sich die jüdische Aufklärung nur sehr langsam verbreiten konnte. So ist das Genre jenseits seines Stellenwertes in der Literaturgeschichte immer auch ein wichtiges Zeugnis der höchst unterschiedlichen Entwicklung des mitteleuropäischen Judentums in Bezug auf Fragen der Emanzipation und Akkulturation, auf die sich auch die innerjüdischen Debatten über Fragen religiöser Reform beziehen. Aus jüdischer Sicht wurde das Genre auf diese Weise fast ausschließlich als Artikulationsphänomen der jüdischen Emanzipations- und Akkulturationsepoche gewertet und stellt sich heute damit gleichsam als literarische Antwort jüdischer Autoren auf die zentrale Frage nach den Möglichkeiten jüdischer Emanzipation und Identität im 19. Jahrhundert dar.

Die Arbeit unternimmt erstmals den Versuch, die Entstehung und Ausprägung deutschsprachiger Ghettoliteratur vornehmlich des 19. Jahrhunderts unter bewußter Aussparung jiddischer Texte in einem größeren literarhistorischen Kontext darzustellen. Der Begriff 'deutschsprachige Ghettoliteratur' verweist dennoch primär auf einen grenzüberschreitenden Charakter des Genres, denn im Verlauf des o.g. Zeitraums wurden Ghettoerzählungen im gesamten deutschen Sprachraum publiziert, der sich in dieser Epoche bis weit nach Osteuropa hinein erstreckte. Literaturhistorisch steht dieses spezifisch jüdische Genre im Zusammenhang mit der sich seit den 1830er Jahren entwickelnden Regionalliteratur und deren Trivialisierung und fand im Gegensatz zur gleichfalls regional geprägten Dorfgeschichte daher primär jüdische Leser. Die lokalen Akzente waren dabei durchaus unterschiedlich: zu verschieden waren die historischen Erfahrungen der Autoren, die in Deutschland vorwiegend aus den preußisch besetzten Gebieten Polens stammten und in den böhmischen Ländern der Habsburgermonarchie naturgemäß andere Bedingungen vorfanden als in Galizien, in dem sich die jüdische Aufklärung nur sehr langsam verbreiten konnte. So ist das Genre jenseits seines Stellenwertes in der Literaturgeschichte immer auch ein wichtiges Zeugnis der höchst unterschiedlichen Entwicklung des mitteleuropäischen Judentums in Bezug auf Fragen der Emanzipation und Akkulturation, auf die sich auch die innerjüdischen Debatten über Fragen religiöser Reform beziehen. Aus jüdischer Sicht wurde das Genre auf diese Weise fast ausschließlich als Artikulationsphänomen der jüdischen Emanzipations- und Akkulturationsepoche gewertet und stellt sich heute damit gleichsam als literarische Antwort jüdischer Autoren auf die zentrale Frage nach den Möglichkeiten jüdischer Emanzipation und Identität im 19. Jahrhundert dar.

1. Einleitung: Problemaufriß und Forschungsüberblick 7 2. Zwischen Emanzipation und Akkulturation: Die historische Entwicklung des Judentums im 19. Jahrhundert 13 3. Zur Stellung der Ghettogeschichte innerhalb der jüdischen Literaturdiskussion 29 4. Die Vorläufer des Genres: Die Ghettoromane von Berthold Auerbach 39 5. Die Ghettogeschichte in Deutschland 59 5.1. Zur Lokalisierung der deutschen Ghettogeschichte 59 5.2. Zwischen Spätromantik und Vormärz: Hermann Schiffs satirische Ghettogeschichten 63 5.3. Aron Bernsteins Bilder aus dem Ghetto 70 5.4. Das Ghetto als Projektionsort orthodoxer Schriftsteller 77 5.5. Ghettogeschichten vor dem Ende des Ersten Weltkrieges: Spielarten jüdischer Identitätsbewahrung 86 6. Die Ghettogeschichte in Böhmen und Mähren 97 6.1. Die historischen Voraussetzungen 97 6.2. Die literarischen Vorbilder 105 6.3. Die Blütezeit des Genres: Leopold Kompert und seine Nachfolger 108 6.4. Der Einfluß identitätsstiftender Erzählformen: Märchen und historische Erzählungen 127 6.5. Die Ghettogeschichte um die Jahrhundertwende als Indikator religiöser Standpunkte 135 7. Die Schriftsteller des Prager Ghetto 141 8. Die galizische Ghettogeschichte 159 8.1. Die Auseinandersetzungen um die jüdische Aufklärung in Galizien seit dem Ende des 18. Jahrhunderts 159 8.2. Das galizische Ghetto als Schauplatz der Kämpfe zwischen Haskalah und Chassidismus 168 8.3. Von Ost nach West - Das galizische Ghetto vor der Entdeckung des Ostjudentums 181 9. Die Ghettoerzählungen von Karl Emil Franzos 197 10. Der Blick von außen: Ghettogeschichten nichtjüdischer Autoren 223 10.1. Alfred Steuer 225 10.2. Eliza Orzeszkowa 228 10.3. Leopold von Sacher-Masoch 240 11. Zur Interdependenz zwischen Ghettogeschichten und anderen Genres 259 11.1. Ghettogeschichte und Dorfgeschichte 259 11.2. Autobiographische Elemente in der Ghettoliteratur 271 12. Ghettoliteratur in deutscher Sprache: Schlußbetrachtung 291 13. Literaturverzeichnis 297 13.1. Bibliographie der Ghettoliteratur 297 13.2. Literarische, historische und politische Quellen 307 13.3. Allgemeine Nachschlagewerke und bibliographische Quellen 308 13.4. Forschungsliteratur 310 Die Arbeit unternimmt erstmals den Versuch, die Entstehung und Auspr�agung deutschsprachiger Ghettoliteratur vornehmlich des 19. Jahrhunderts unter bewu�ter Aussparung jiddischer Texte in einem gr�o�eren literarhistorischen Kontext darzustellen. Der Begriff 'deutschsprachige Ghettoliteratur' verweist dennoch prim�ar auf einen grenz�uberschreitenden Charakter des Genres, denn im Verlauf des o.g. Zeitraums wurden Ghettoerz�ahlungen im gesamten deutschen Sprachraum publiziert, der sich in dieser Epoche bis weit nach Osteuropa hinein erstreckte. Literaturhistorisch steht dieses spezifisch j�udische Genre im Zusammenhang mit der sich seit den 1830er Jahren entwickelnden Regionalliteratur und deren Trivialisierung und fand im Gegensatz zur gleichfalls regional gepr�agten Dorfgeschichte daher prim�ar j�udische Leser. Die lokalen Akzente waren dabei durchaus unterschiedlich: zu verschieden waren die historischen Erfahrungen der Autoren, die in Deutschland vorwiegend aus den preu�isch besetzten Gebieten Polens stammten und in den b�ohmischen L�andern der Habsburgermonarchie naturgem�a� andere Bedingungen vorfanden als in Galizien, in dem sich die j�udische Aufkl�arung nur sehr langsam verbreiten konnte. So ist das Genre jenseits seines Stellenwertes in der Literaturgeschichte immer auch ein wichtiges Zeugnis der h�ochst unterschiedlichen Entwicklung des mitteleurop�aischen Judentums in Bezug auf Fragen der Emanzipation und Akkulturation, auf die sich auch die innerj�udischen Debatten �uber Fragen religi�oser Reform beziehen. Aus j�udischer Sicht wurde das Genre auf diese Weise fast ausschlie�lich als Artikulationsph�anomen der j�udischen Emanzipations- und Akkulturationsepoche gewertet und stellt sich heute damit gleichsam als literarische Antwort j�udischer Autoren auf die zentrale Frage nach den M�oglichkeiten j�udischer Emanzipation und Identit�at im 19. Jahrhundert dar
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