معرفی کتاب «Aristoteles als Naturwissenschaftler (Philosophie der Antike 38) (German Edition)» نوشتهٔ Wolfgang Kullmann، منتشرشده توسط نشر Walter de Gruyter در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
This book argues that the main focus of the life and work of Aristotle was on the natural sciences. Of central importance are his scientific expeditions, which can be reconstructed from scattered geographical statements. Comparison with modern biology confirms the empirical nature of his biological writings, and the philological approach taken here offers a corrective against premature philosophical systematizing. Das Buch vertritt die These, daß die Naturwissenschaft in Leben und Werk des Aristoteles den Schwerpunkt bildet. Zentral sind seine Forschungsreisen, die sich aus verstreuten geographischen Angaben rekonstruieren lassen. Durch Vergleiche mit der modernen Biologie bestätigt sich der empirische Charakter seiner biologischen Schriften, und eine philologische Sichtweise bewahrt vor vorschnellen philosophischen Systematisierungen. Aristoteles als Naturwissenschaftler 4 Inhaltsverzeichnis 6 Vorwort 10 Abkürzungen der aristotelischen Schriften 12 Einleitung: Die Grundproblematik 14 Erster Teil: Der Charakter der naturwissenschaftlichen Forschung des Aristoteles 32 1. Aristoteles’ Kritik an Platons Äußerungen zu naturwissenschaftlichen Fragen, besonders im Timaios 34 2. Aristoteles’ frühzeitiges Interesse an der Naturwissenschaft in der Physik und der Schrift De caelo I–II 50 Physik 50 De caelo I–II 60 3. Grundlagenforschung in den Schriften De caelo III–IV, De generatione et corruptione, Meteorologie I–III und Meteorologie IV 74 De caelo III–IV 74 De generatione et corruptione 78 Meteorologie I–III 83 Meteorologie IV 86 4. Der Übergang zur biologischen Forschung in der Schrift De partibus animalium I 87 5. Aristoteles’ Forschungsreisen 91 6. Die Beschreibung exotischer Tiere in Aristoteles’ Zoologie 130 6.1 Von Herodot übernommene Angaben des Aristoteles zum Krokodil 130 6.2 Von Herodot unabhängige Angaben des Aristoteles zum Krokodil 138 6.3 Abschließende Beurteilung der Quellenlage zur Behandlung des Krokodils 145 6.4 Andere exotische Tiere 148 7. Aristoteles’ Strukturierung der Tierwelt 152 7.1 Die Konzeption einer biologischen Wissenschaft 152 7.2 Anfänge einer Taxonomie 154 7.3 Bestimmung der Arten nach vielfältigen Merkmalen. Eine neue Auffassung der Definition 162 7.4 Scala naturae 164 7.5 Sektionen 165 7.6 Vergleichende Anatomie 170 7.7 Experimente 172 7.8 Aristoteles’ Darstellung seiner Ergebnisse. Apodeixis und metaphorische Erklärung von Kompensationen und Anpassungen. Die Natur als Agens 172 Apodeixis 172 Metaphorische Erklärung von Kompensationen und Anpassungen. Die Natur als Agens 183 7.9 Evolutionsbiologische Vorstellungen bei Aristoteles 195 Ruminantia 202 Säugetiere im allgemeinen 203 Robben (Pinnipedia), Maulwurf (Talpa caeca), Delphine und andere Wale (Cetacea) und Elefant 204 Vögel und Reptilien 206 Vögel 207 Reptilien 209 Fische 211 Blutlose 212 Schlußbemerkung 213 7.9a Nachtrag 213 8. Aristoteles’ biologischer Seelenbegriff 218 8.1 Aristoteles’ Einführung eines psychischen Faktors in seine Theorie der Entstehung des Lebens 218 8.2 Gleitender Übergang vom Leblosen zum Lebendigen 224 8.3 Die drei Zusammensetzungen des Körpers der Lebewesen 227 8.4 Wärme und Leben 229 8.5 Spontanentstehung 240 8.6 Die Theorie von De anima als zoologischer Modellentwurf 243 Zweiter Teil: Aristotelische Wissenschaft und aristotelische Philosophie 246 1. Vorbemerkung 248 2. Aristoteles’ allmähliche Abwendung von der Dialektik 249 Topik 250 Erste und Zweite Analytik 253 Eudemische Ethik, Nikomachische Ethik, Politik 260 Die zoologischen Schriften und die Dialektik 266 Metaphysik 269 Zusammenfassung 272 3. Empirische Tendenzen in den nichtnaturwissenschaftlichen Schriften 275 4. Philosophie in der Schrift De partibus animalium? 282 5. Die Asymmetrie des Aristotelesbildes in der geschichtlichen Entwicklung bis zur Gegenwart 293 Anhang 306 Die Reihenfolge der Bücher in Aristoteles’ Historia animalium 308 Hinweise zur Entstehung einzelner Abschnitte des Buchs 312 Bibliographie 314 1. Texte, Kommentare, Übersetzungen 314 2. Sekundärliteratur 325 Register 344 1. Antike Autoren, Texte und Stellen 344 2. Wörter, Sachen, Namen 359
Kullmanns Buch plädiert für eine Korrektur des bestehenden Aristotelesbildes. Es vertritt die These, daß Aristoteles seine Universalität zwar nicht abgesprochen werden kann, daß aber sein naturwissenschaftliches Wirken gegenüber seinem philosophischen Werk im modernen Sinne sowohl in seinem Lebenslauf als auch in dem hinterlassenen Schriftcorpus durchaus im Vordergrund steht. Eine zentrale Bedeutung besitzen dabei Aristoteles‘ ausgedehnten und ertragreichen Forschungsreisen, die er zum Teil zusammen mit Theophrast durchgeführt hat und die sich aus zerstreuten geographischen Angaben rekonstruieren lassen. Nach Auffassung des Vf. ist die Rolle der Biologie in Aristoteles‘ Lebenswerk durch die wechselvolle Wirkungsgeschichte seiner Werke verdunkelt worden.
Mit philologischen Argumenten werden philosophische Systematisierungsversuche der biologischen Schriften einer kritischen Revision unterzogen. Als adäquater Maßstab für ihre Würdigung wird vom Vf. ihr biologischer Aussagewert betrachtet, der sich aus dem Vergleich mit der modernen Forschung ergibt. Besonderes Interesse gilt dabei der Antizipation evolutionsbiologischer Erkenntnisse, indem z.B. Artenentwicklungen metaphorisch als Schöpfung der Natur imaginiert werden.