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Altes Testament und völkische Frage : Der biblische Volksbegriff in der alttestamentlichen Wissenschaft der nationalsozialistischen Zeit, dargestellt am Beispiel von Johannes Hempel

معرفی کتاب «Altes Testament und völkische Frage : Der biblische Volksbegriff in der alttestamentlichen Wissenschaft der nationalsozialistischen Zeit, dargestellt am Beispiel von Johannes Hempel» نوشتهٔ Cornelia Weber، منتشرشده توسط نشر JCB Mohr (Paul Siebeck) در سال 1999. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die Zeit des Dritten Reichs stellte die alttestamentliche Wissenschaft vor die Existenzfrage. Die völkische Ideologie, die mit der nationalsozialistischen Machtübernahme staatstragend geworden war, verwarf die Schriften des Alten Testaments als jüdisches Buch. Die alttestamentliche Wissenschaft sah sich deshalb gezwungen, ihre Arbeit inhaltlich und theologisch zu legitimieren. Viele Alttestamentler versuchten daher, eine bleibende Bedeutung des Alten Testaments mit der in ihm zum Ausdruck kommenden besonderen Stellung des Volksgedankens zu begründen.Cornelia Weber untersucht die Entstehung des völkischen Gedankens und den sogenannten 'Streit um das Alte Testament'. Sie konzentriert sich dabei auf Person und Werk des Alttestamentlers Johannes Hempel (1891-1964), der sich als Professor für Altes Testament und als Herausgeber der Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft in der Zeit der Weimarer Republik einen Namen gemacht hat. Der Weg seines politischen Engagements führte Johannes Hempel 1933 zu den Deutschen Christen und machte in der Nachkriegszeit eine wissenschaftliche Karriere weitgehend unmöglich. Vor diesem Hintergrund reflektiert Cornelia Weber das wissenschaftliche Werk Hempels und macht deutlich, wie sehr sich in der Auslegung des biblischen Volksbegriffs während des Nationalsozialismus wissenschaftliche Fragestellungen mit biographischen und politisch-zeitbedingten Aspekten verbanden. Johannes Hempel sah nämlich keinen Widerspruch zwischen seiner Arbeit am Alten Testament und seinem politischen Engagement für den nationalsozialistischen Staat. Er entnahm den alttestamentlichen Schriften den göttlichen Auftrag, sich für die eigene Volksgemeinschaft verantwortlich zu fühlen. Cover Titel Vorwort Inhalt I. Einleitung 1. Einführung in das Thema 2. Forschungsgeschichtliche Relevanz, Methodik und Quellenlage II. Das Volk als Leitidee – völkisches Denken vor und in der Zeit des Nationalsozialismus 1. Der Volksbegriff in der neuzeitlichen Geistesgeschichte a) Geistesgeschichtliche Grundlagen b) Der Volksbegriff im 18. und 19. Jahrhundert α) Die Völker im göttlichen Schöpfungsgarten: J. G. Herder β) Staat und Nation als göttliche Institutionen: F. D. Schleiermacher γ) Das deutsche Volk als ‚Urvolk‘: J. G. Fichte δ) Die ‚Deutsche Bewegung‘ – der Volksbegriff im 19. Jahrhundert c) Eine ‚Deutsche Nationalreligion‘: P. de Lagarde und H. St. Chamberlain d) Die ‚völkische Bewegung‘ – der Volksbegriff nach dem Ersten Weltkrieg 2. Der Volksbegriff in der evangelischen Volksnomostheologie a) ‚Volksnomos‘ und ‚Volkheit‘: W. Stapel b) „Die gegenwärtige Stunde im Volk“: E. Hirsch c) Gottes Gebot in den Staats- und Volksgesetzen: F. Gogarten 3. Der Volksbegriff im Kirchenkampf a) Die Volksnomostheologie in der Ideologie der Deutschen Christen α) „Du bist nichts, Dein Volk ist alles“ – völkisches Denken im Nationalsozialismus β) Die Sorge um das Volk als gemeinsames Anliegen von Staat und Kirche γ) Der Volksbegriff in den Grundsätzen der Deutschen Christen δ) ‚Evangelische Reichskirche‘ oder ‚Deutsche Nationalkirche‘ b) „Wir verwerfen die falsche Lehre“ – Proteste gegen die Vergötzung von ‚Rasse und Volkstum‘ 4. Zusammenfassung: Die Volksnomostheologie als Grundlage einer religiös-politischen Bewegung III. Der Streit um das Alte Testament – ‚Völkische Frage‘ und Exegese des Alten Testaments 1. Der ‚Streit um das Alte Testament‘ a) Der Streit um die Kanonizität des Alten Testaments b) Religionsgeschichte Israels oder alttestamentliche Theologie 2. ‚Völkische Bewegung‘ und Altes Testament a) „Mythus der Ehre“ versus „jüdische Lohnmoral“ b) Gesetz und Evangelium – das Alte Testament als „Widerspiel“ zum Neuen c) „Das doppelte, aber einheitliche Zeugnis“ – Bekenntnis zur Einheit der Schrift 3. „Die Auslegung des Alten Testaments im Streit der Gegenwart“ a) „Das Alte Testament als Wort Gottes“ – theologische Exegese b) Biblisches Volk und deutsches Volk – ‚völkische‘ Exegese α) Israel – „Musterbeispiel für eine Volksgeschichte überhaupt“ β) Die prophetische Kritik – Gottes Warnung an ein Volk γ) Das Alte Testament in der völkischen Erziehung 4. Zusammenfassung: Das Alte Testament innerhalb völkischer Weltanschauung IV. Alttestamentliche Wissenschaft und völkische Ideale – zu Leben und Werk des Alttestamentlers Johannes Hempel 1. Wissenschaftlicher Werdegang a) Studium in Leipzig (1910–1914) b) Die Kriegszeit (1914–1918) c) Habilitation und außerordentliche Professur in Halle (1920) d) Professur in Greifswald (1925–1928) 2. Professur in Göttingen (1928–1937) a) Professor für Altes Testament α) Lehrstuhl für Altes Testament und vergleichende Religionsgeschichte β) Wissenschaftliche Kontakte im In- und Ausland γ) Hempels Mitarbeit an der Bibelrevision (1928–1933) δ) Die internationale Tagung alttestamentlicher Forscher in Göttingen (1935) b) Die Theologische Fakultät in Göttingen α) Die Göttinger Universität im Nationalsozialismus β) Die Göttinger Theologische Fakultät im Nationalsozialismus c) Hempel an der Theologischen Fakultät in Göttingen α) Prodekan unter Emanuel Hirsch β) Kurator des Göttinger Waisenhauses γ) Ephorus des Sprachenkonvikts d) Die Skandinavienreise im September 1933 e) Mitgliedschaft in kirchlich-politischen Organisationen α) Christlich-Sozialer Volksdienst β) Deutsche Christen γ) Die Heimkehr zum Volk als Heimkehr zu Christus 3. Professur in Berlin (1937–1940) a) Professor für Altes Testament und Religionsgeschichte α) Berufung β) Professur in Berlin und wissenschaftliche Tätigkeiten b) Direktor des Institutum Judaicum α) Zur Geschichte des Institutum Judaicum β) Das Institutum Judaicum in der Zeit des Nationalsozialismus c) Ein ‚Institut für vergleichende Glaubensgeschichte‘: Theologie im Dienst des Nationalsozialismus d) Mitarbeit im ‚Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben‘ α) Zur Geschichte des Institutes β) Alttestamentliche Wissenschaft und Religionsgeschichte als Beitrag zur „Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses“ 4. Feldseelsorge und Gefangenschaft (1940–1946) a) Militärgeistlicher in Frankreich, Norwegen, Rußland und Holland (1940–1945) b) Gefangenschaft und Lazarettaufenthalt (1945–1947) 5. Pfarramt und Rückkehr an die Universität (1947–1964) a) Bewerbung um Wiederaufnahme an der Berliner Universität b) Entnazifizierungsverfahren c) Pfarrdienst in Salzgitter-Lebenstedt (1949–1957) d) Honorarprofessur (1955) und Emeritierung (1958) in Göttingen 6. Hempel als Herausgeber der ZAW (1927–1959) a) Zur Geschichte der ZAW α) Die Anfänge – Stades Zeitschrift β) „The turning point“ – die ZAW unter Hugo Greßmann γ) „... und die Kunde des nachbiblischen Judentums“ – der erweiterte Name als Programm b) Die ZAW unter Hempel c) Die ZAW in der Zeit des Dritten Reichs α) Die Namensänderung der ZAW im Jahre 1936 β) Die Verdrängung jüdischer Wissenschaftler aus der Autorenreihe γ) Die ZAW vor und während des Zweiten Weltkriegs d) Die ZAW in der Nachkriegszeit α) „Animositäten“ gegen Hempel – Belastungen durch den Herausgeber β) Die Frage eines Mitherausgebers – Entlastung für die ZAW γ) „Totengräber der alttestamentlichen Wissenschaft“ – weitere Vorwürfe gegen Hempel δ) Die holländische Konkurrenz – Existenznöte der ZAW 7. Zusammenfassung: Ein Leben zwischen Wissenschaft und Politik V. „Altes Testament und völkische Frage“ – die Auslegung des biblischen Volksbegriffs im Werk von Johannes Hempel 1. Gegenwartsaufgaben der alttestamentlichen Forschung a) „Die übergeschichtliche Wirklichkeit des Alten Testaments“ α) Lutherische Tradition und Wertschätzung des Alten Testaments β) Das Alte Testament in seiner Beziehung zum Christentum b) ‚Christologisierung‘ oder ‚Christianisierung‘ des Alten Testaments – die Ansätze von W. Vischer und J. Hempel im Vergleich α) „Genossen Einer Verheißung“ – der Entwurf von W. Vischer β) Das Alte Testament im christlichen Glauben c) Religionsgeschichte in christlicher Verantwortung α) „Ohne die Religionsgeschichte ist die alttestamentliche Forschung blind“ β) „Ohne die Theologie ist die Religionsgeschichte blind“ 2. Zur Diskussion um den Volksbegriff der Hebräischen Bibel in der neueren exegetischen Forschung a) Lexikalische und etymologische Aspekte α) עַם β) גּוֹי b) Volk und Gottesvolk α) „Ein jeder kam mit seinem Hause“ (Ex 1,1) – die vorstaatliche Zeit β) „Wie alle Völker“ (1 Sam 8,5) – die staatliche Zeit Exkurs: Zur Herkunft des Begriffs des Gottesvolkes γ) „Damit du dem Herrn, deinem Gott, ein heiliges Volk seist“ (Dtn 26,19) – das Volk Israel in Dtn und DtrG δ) „Ich will euch annehmen zu meinem Volk“ (Ex 6,7) – die priesterschriftliche Überlieferung ε) „Tröstet, tröstet mein Volk!“ (Jes 40,1) – das Volk und die Völker in der Verkündigung der exilischen und nachexilischen Prophetie ζ) „כׇּל־יׅשְׂרׇאֵל – ganz Israel“ – Israel in den Chronikbüchern und in Esr/Neh η) Zusammenfassung 3. Der biblische Volksbegriff im Werk von J. Hempel a) Die ‚Eigenart‘ der israelitischen Religion α) Die Konzentration des Geschehens auf JHWH β) Die Geschichte als Handlungsort Gottes γ) Zum Verhältnis zwischen Mensch und Gott b) Israel, das Gottesvolk α) Das gottgestiftete Volk β) Zum Verhältnis von Religion und Volkstum γ) Der Bundesgedanke δ) Mittler zwischen Gott und Volk: die besondere Stellung der Propheten ε) Der einzelne und sein Volk ζ) Geschichte und Glaubensgeschichte c) Der biblische Volksbegriff vor den Anfragen der Zeit α) Das Alte Testament als Kritik am biblischen Israel β) Biblisches Volk Israel und deutsches Volk der Gegenwart 4. Der biblische Volksbegriff bei J. Hempel im Vergleich a) Artur Weiser b) Volkmar Herntrich 5. Zusammenfassung: Völkische Frage und Altes Testament VI. Der Volksbegriff in Leben und Werk des Alttestamentlers Johannes Hempel 1. Zur Bedeutung des Alten Testaments innerhalb der christlichen Theologie 2. Zur ‚völkischen Bedeutung‘ des Alten Testaments 3. Zur Gegenwartsbedeutung des Alten Testaments 4. Ausblick Anhang 1. Verzeichnis der eingesehenen Archivalien 2. Literaturverzeichnis a) Johannes Hempel b) Sonstige Literatur 3. Register a) Bibelstellenregister b) Personenregister c) Sachregister Die Zeit des Dritten Reichs stellte die alttestamentliche Wissenschaft vor die Existenzfrage. Die völkische Ideologie, die mit der nationalsozialistischen Machtübernahme staatstragend geworden war, verwarf die Schriften des Alten Testaments als jüdisches Buch. Die alttestamentliche Wissenschaft sah sich deshalb gezwungen, ihre Arbeit inhaltlich und theologisch zu legitimieren. Viele Alttestamentler versuchten daher, eine bleibende Bedeutung des Alten Testaments mit der in ihm zum Ausdruck kommenden besonderen Stellung des Volksgedankens zu begründen. Cornelia Weber untersucht die Entstehung des völkischen Gedankens und den sogenannten'Streit um das Alte Testament'. Sie konzentriert sich dabei auf Person und Werk des Alttestamentlers Johannes Hempel (1891-1964), der sich als Professor für Altes Testament und als Herausgeber der Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft in der Zeit der Weimarer Republik einen Namen gemacht hat. Der Weg seines politischen Engagements führte Johannes Hempel 1933 zu den Deutschen Christen und machte in der Nachkriegszeit eine wissenschaftliche Karriere weitgehend unmöglich. Vor diesem Hintergrund reflektiert Cornelia Weber das wissenschaftliche Werk Hempels und macht deutlich, wie sehr sich in der Auslegung des biblischen Volksbegriffs während des Nationalsozialismus wissenschaftliche Fragestellungen mit biographischen und politisch-zeitbedingten Aspekten verbanden. Johannes Hempel sah nämlich keinen Widerspruch zwischen seiner Arbeit am Alten Testament und seinem politischen Engagement für den nationalsozialistischen Staat. Er entnahm den alttestamentlichen Schriften den göttlichen Auftrag, sich für die eigene Volksgemeinschaft verantwortlich zu fühlen. Examines the biblical notion of "nation" (Volk), as interpreted in the field of Old Testament research during the Nazi period, focusing on the view of Johannes Hempel. With the rise of the Nazi regime, the concept "Volk" lost its utopian character, with "nation" becoming the legitimate base of policy and legislation. Hempel recognized important opportunities for collaboration between state and church and referred to biblical research as his contribution to the political formation of German society. He attributed a significance to the Bible beyond history, especially due to God's estrangement from Israel after its disobedience, and its replacement by the nations, especially by Germany. His view represents a combination of "völkisch" ideology and biblical science. According to Hempel, the Bible, with its criticism of the Jewish people, is one of the most antisemitic texts. (From the Bibliography of the Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism) „Altes Testament und völkische Frage‟, so betitelt der Alttestamentler Johannes Hempel 1931 seine Schrift über den biblischen Volksbegriff. Die in diesem Titel mitklingende Spannung zwischen alttestamentlicher Wissenschaft und völkischer Ideologie, zwischen biblischem und politischem Volksbegriff hat der vorliegenden Untersuchung ihre Ausrichtung gegeben. Cornelia Weber. Revised Thesis (doctoral)--universität, Heidelberg, 1997/98. Includes Bibliographical References (p. [307]-344) And Indexes.
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