معرفی کتاب «Adelsreformideen in Preußen: Zwischen bürokratischem Absolutismus und demokratisierendem Konstitutionalismus (1806-1854)» نوشتهٔ Heinickel, Gunter، منتشرشده توسط نشر De Gruyter De Gruyter Oldenbourg در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
During the first half of the 19 th century, aristocratic reform concepts contended with problems stemming from the transition from an estates-based to a post estates-based society. How would societies deal with becoming ‘nationalized’? What role would sociocultural performance metrics and land ownership play? This study offers an original reading of the ways that the Prussian-German nobility specifically responded to these challenges. Inhalt 1. Einleitung 1.1. Thematische Hinführung 1.2. Problemaufriss, Historiographie und Begriffe 1.2.1. Elitenspaltung, sozialkulturelles Adelsvorbild und nachständische „Adligkeit“ 1.2.2. Das Thema Adelsreform in der Historiographie 1.2.3. Begriffe und Definitionen 1.3. Aufbau, Fragestellungen und Quellen Teil I. Staatsreform und Adelsreform 2. Das Problem der „Adligkeit“ im Preußen der Reformepoche 2.1. Die preußische Staats- und Adelskrise nach 1806 2.1.1. Kriegsniederlage 2.1.2. Adel und Staatsgesellschaft in Preußen 2.1.3. Die neue Radikalität der Adelskritik nach 1806 2.2. Nation, Elitenreform und Repräsentation 2.2.1. Nationsbildung und Elitenreform 2.2.2. Elitenreform und Repräsentationsfrage 2.2.3. Repräsentationsfrage und Adelsreform 2.2.4. Von der Adelskritik der Spätaufklärung zum Leistungskonzept eines „neuen Adels“ 2.3. Anläufe und Hindernisse zur Umsetzung einer Adelsreform 1808- 1815 2.3.1. Steins projektierte Umformung der überkommenen Adelskorporation zu einer „ruling class“ 2.3.2. Die unvollständige Gesellschaftsreform durch das Oktoberedikt 2.3.3. Die eigentumsrechtliche Privilegierung des Adels als Hindernis eines „freien“ Elitenentwurfs 2.3.4. Die Adelsreform in den Auseinandersetzungen der Zentraladministration 2.4. Die Neubestimmung einer nachständischen preußischen „Adligkeit“ 2.4.1. Die Strukturvoraussetzungen einer Bestimmung preußischer „Adligkeit“ 2.4.2. Die Neubestimmung von „Adligkeit“ anhand des englischen Entwicklungsparadigmas 2.4.3. Landschaftstypische Suchmuster nachständischer Adligkeit? Beispiele aus Brandenburg, Ostpreußen und Westfalen 2.5. Zwischen Reformzeit und Vormärz: ständische Formierung und adlige Binnenstabilisierung 2.5.1. Der Provinzialständeverfassung als latente Adelsformierung 2.5.2. Friedrich Wilhelm IV.: die personale Klammer zwischen Reformepoche und vormärzlicher Adelspolitik Teil II. Was ist Adel in Preußen? 3. Die Adelsreformdebatte der 1840er Jahre – ein diskursives „social engineering“? 3.1. Eine neue Adelspolitik in Preußen 3.1.1. Friedrich Wilhelms IV. „englische“ Adelsreform 3.1.2. Widerstand und Alternative: Rochows Gegenvorschläge zu einer Neuformierung des preußischen Adels 3.2. Identifikation und Auswahl historischer Gehalte von „Adligkeit“: das Staatsministerium 3.2.1. Die unterschiedlichen Positionen der Ministerrunde 3.2.2. Bleibende Dissonanzen des Staatsministeriums bezüglich der Grundbesitzfrage: die Auseinandersetzungen um Rochows „Instruktionsentwurf“ 3.3. Auswahl und Verformung der historischen Gehalte von „Adligkeit“ durch „soziale Ingenieure“: die Adelskommission 3.3.1. Die Bildung der Adelskommission 3.3.2. Die Begutachtung durch die Adelskommission 3.3.3. Der Bericht der Adelskommission: kein Konsens über die Bedeutung von „Dienst“ und „Grundbesitz“ für die Erweiterung des Adelsstandes 3.4. Die Beratungen des Adelsgesetzes im Staatsministerium 1843 bis 1848: „Ritterschaft“, „Ritterstand“ und „Neuer Adel“ 3.4.1. Die Verhandlung des Kommissionsberichtes im Staatsministerium 3.4.2. Ein entschiedener Unterstützer der königlichen Ideen: Christian Karl Josias v. Bunsen 3.4.3. Die zweite ministerielle Beratung vom Juni 1844 3.4.4. Die dritte ministerielle Beratung des Adelsgesetzes im September 1846 3.4.5. Der Patententwurf zu einer neuen Adelsordnung bis 1848 Teil III. Entsubstanzialisierung durch Formierung? 4. Formierungswirkungen durch ein Adelsreformparadigma? 4.1. Die Adelszeitung – eine kommunikativ-ideelle Formierung des Adels? 4.1.1. Der Beginn der „Zeitung für den deutschen Adel“ 4.1.2. Die Redaktion und die Herausgeber der „Zeitung für den deutschen Adel“ 4.1.3. Die Subskribenten 4.1.4. Der Aufbau und der Charakter der Zeitung 4.1.5. Inhaltsanalyse der „Zeitung für den deutschen Adel“ 4.1.6. Nach dem Scheitern des Adelsvereinsprojekts 4.2. Adelsvereinsprojekte – Selbstformierung durch Sammlung des Adels? 4.2.1. Die Urform eines nachständischen Adelsvereins: die „Adelskette“ von 1815 4.2.2. Der Vorschlag einer Adelskette in der Provinz Preußen von 1826 4.2.3. Zwei Adelsvereinsprogramme aus Schlesien 4.2.4. Der Gründungsversuch des „Adelsvereins“ durch die „Adelszeitung“ 1841 4.3. Administrativ-politische Adelsformierung: Reform des Adels ohne „Adelsreform“? 4.3.1. Eine staatliche Adelskontrolle? Der Streit um eine Adelsmatrikel 4.3.2. Fideikommiss und Strict Settlement: neue Formen der Grundbesitzbindung als Basis eines neuen Adels? 4.3.3. Ein Ausblick nach 1848: Adelsreform durch „Aristokratisierung“? Die Etablierung des Herrenhauses als Adelsformierung ohne Adelsreform 5. Schluss: Zusammenfassung und Resümee Anhang Literaturverzeichnis Archivalische Quellen Gedruckte Quellen Forschungsliteratur Periodika Handbücher und Lexika Peronenregister
Seit der Spätaufklärung und der Krise des Ancien Régime entstanden in Deutschland zahlreiche Konzepte einer "Reform" bzw. "Erneuerung" des Adels, deren Konjunktur bis ins 20. Jahrhundert andauern sollte. Die vorliegende Untersuchung betrachtet solche Adelsreformideen als Bestandteile der Suche nach "Dritten Wegen", die auf einen maßvollen und gesteuerten Wandel der Gesellschaft abzielten. Der verstörende Umsturz des alten Regiments in weiten Teilen Europas und die gleichzeitige militärisch-politische Herausforderung durch das revolutionäre Frankreich gaben um 1800 diesem Paradigma gerade in Preußen einen besonderen Resonanzraum.
Die von der preußischen Reformzeit bis in die Restaurationsepoche nach 1848 reichende Untersuchung beginnt mit der vergleichenden und diskursanalytischen Gegenüberstellung der aufgefundenen Adelsreformpläne, setzt die darin geäußerten gesellschaftsstrategischen Ansätze, Geschichtsdeutungen und Zukunftserwartungen aber dann mit den strukturellen Voraussetzungen der stark variierenden preußischen Adelslandschaften in Beziehung: Das Ergebnis ist eine sozialwissenschaftlich informierte Ideengeschichte; Adelsgeschichte wird so zum Spiegel einer Gesellschaftsgeschichte, die konventionelle Vorstellungen einer simplen, linear fortschreitenden Ablösung der alten Gesellschaft durch eine aufkommende Moderne überwindet.
Seit der Spätaufklärung und der Krise des Ancien Régime entstanden in Deutschland zahlreiche Konzepte einer "Reform" bzw. "Erneuerung" des Adels, deren Konjunktur bis ins 20. Jahrhundert andauern sollte. Die vorliegende Untersuchung betrachtet solche Adelsreformideen als Bestandteile der Suche nach "Dritten Wegen", die auf einen maßvollen und gesteuerten Wandel der Gesellschaft abzielten. Der verstörende Umsturz des alten Regiments in weiten Teilen Europas und die gleichzeitige militärisch-politische Herausforderung durch das revolutionäre Frankreich gaben um 1800 diesem Paradigma gerade in Preußen einen besonderen Resonanzraum. Die von der preußischen Reformzeit bis in die Restaurationsepoche nach 1848 reichende Untersuchung beginnt mit der vergleichenden und diskursanalytischen Gegenüberstellung der aufgefundenen Adelsreformpläne, setzt die darin geäußerten gesellschaftsstrategischen Ansätze, Geschichtsdeutungen und Zukunftserwartungen aber dann mit den strukturellen Voraussetzungen der stark variierenden preußischen Adelslandschaften in Beziehung: Das Ergebnis ist eine sozialwissenschaftlich informierte Ideengeschichte; Adelsgeschichte wird so zum Spiegel einer Gesellschaftsgeschichte, die konventionelle Vorstellungen einer simplen, linear fortschreitenden Ablösung der alten Gesellschaft durch eine aufkommende Moderne überwindet.-- Provided by Publisher Seit der Sp�ataufkl�arung und der Krise des Ancien R�egime entstanden in Deutschland zahlreiche Konzepte einer "Reform" bzw. "Erneuerung" des Adels, deren Konjunktur bis ins 20. Jahrhundert andauern sollte. Die vorliegende Untersuchung betrachtet solche Adelsreformideen als Bestandteile der Suche nach "Dritten Wegen", die auf einen ma�vollen und gesteuerten Wandel der Gesellschaft abzielten. Der verst�orende Umsturz des alten Regiments in weiten Teilen Europas und die gleichzeitige milit�arisch-politische Herausforderung durch das revolution�are Frankreich gaben um 1800 diesem Paradigma gerade in Preu�en einen besonderen Resonanzraum. Die von der preu�ischen Reformzeit bis in die Restaurationsepoche nach 1848 reichende Untersuchung beginnt mit der vergleichenden und diskursanalytischen Gegen�uberstellung der aufgefundenen Adelsreformpl�ane, setzt die darin ge�au�erten gesellschaftsstrategischen Ans�atze, Geschichtsdeutungen und Zukunftserwartungen aber dann mit den strukturellen Voraussetzungen der stark variierenden preu�ischen Adelslandschaften in Beziehung: Das Ergebnis ist eine sozialwissenschaftlich informierte Ideengeschichte; Adelsgeschichte wird so zum Spiegel einer Gesellschaftsgeschichte, die konventionelle Vorstellungen einer simplen, linear fortschreitenden Abl�osung der alten Gesellschaft durch eine aufkommende Moderne �uberwindet